 Tieren, deren physisches Raffinement in eben demselben Grade Geist
sein mochte, wie die europäische Art, das Problem zu erledigen: Es besaß Tiefe,
die sich mit dem Dasein deckte. Zerstreuungen, Ablenkungen von der wichtigsten
Lebensfrage waren wider den guten Ton. Hier schien der Weiße indolent, und die
braunen Blicke enthielten den Vorwurf seiner Minderwertigkeit, weil er sich
nicht mit dem ganzen Wesen auf die brennende Frage warf, wie aus dem Dasein der
Honig der leiblichen Anwesenheit gesogen werden könnte. Denn dieses Leben schien
mit Genuss, Wachstum und Üppigkeit durchtränkt.
    Hier hatte ich Gelegenheit, auf eine früher erfundene Figur meines Denkens,
das sogenannte Wasserrad, zurückzugreifen. Ich erkannte: das Leben war durch
Mühlen betrieben, die nie gebaut wurden! Dass man stille lag, war die schnellste
Art, vom Fleck zu kommen. Es handelt sich um eine Auseinandersetzung zwischen
dem Geist zweier Rassen. Ich bin auf den Dampfer gestiegen, bin durch den Urwald
gestampft, durch Schweiß und Entbehrung und Fieber gerannt, um den Weltgeist zu
tippen. Ich komme im rechten Augenblick, um den Sieg des farbigen Gedankens zu
erleben und meiner eigenen Rasse den Fuß auf den Nacken zu setzen! Soll ich
recht behalten mit meinem Wasserrade, dem Symbol der Gleichgültigkeit
menschlicher Direktionen? Sind wir falsch orientiert, tappen wir ins Blinde,
sind wir monströse Wucherungen auf dem hellen Erkenntnisauge der Menschlichkeit?
Mein Fall liegt klar. Dies ist mein Fall, der Fall eines dreiundzwanzigjährigen
Lebens, während dessen ich um den Augenblick eines vollkommenen Vergehens
gebetet hatte. Leidenschaften und Genüsse zeigten mir einen blassen Schatten,
zwischen ihnen und mir stand mein Gehirn, mittels des ich die altruistische
Maschine virtuos und staunenswert beherrschte, aber nicht die kleinste Spur von
Talent im Genießen bewies. Die Augenblicke des Versuchs hatten noch stets den
untilgbaren Rest des Misslingens geborgen, wo die Vorbereitung nahe an die
Vorwegnahme herankam. Das Resultat, das für den Menschen angestrebt wurde, frass
den Menschen, setzte sich an seine Stelle und machte sich sein Glück botmässig,
statt ihm zu dienen.
    Bei diesen Tieren aber lag das Heil. Ihr Genie war einfach, es bestand
darin, die Krankheit zu Genuss und Schönheit zu erheben. Das Glück, das unsere
Humanität anstrebte, erreichte ihr Egoismus. Sie entfalteten sich einer an des
anderen duldsamer Lust. Es gab Beispiele. Warum schlug Kelwa, der Künstler,
Feigling und Pantoffelheld, Rulc, dieses seltsame Weib, dieses grausame Abbild
eleganter Hässlichkeit, diese fashionable Inhaberin dreier tadelloser Eberzähne
und Reissnägel in den Nüstern?
    Warum liebe ich nun Aruki, die mich geohrfeigt hat? Wohin bin ich gekommen?
Mit sechs Jahren begannen meine Leidenschaften, und ich war der erträumte Tyrann
meiner in der Wirklichkeit zartesten Verhältnisse. Mit zehn Jahren,
