 hatte er den Kopf mit neuen Gedanken über einen Reformdjungle
oder dergleichen voll, was ihm ähnlich gesehen hätte. Gott sei's gedankt, dass
sie beide halbwegs heil zurück waren. Um die Büchse war's schade. Wir hatten
keinen Ersatz. Wie man nur eine Büchse verlieren konnte! Es war zum
Kopfabschütteln. Slim schien diesmal für diese arge Einbusse gar kein Interesse
zu haben; es war natürlich, dass er den kranken Leichtsinnigen schonte, aber er
tat auch sonst keinerlei darauf bezügliche Bemerkungen. Fing er wieder an, in
sich hineinzubrüten? Fffft - wenn Slim krank würde! Aber er würde es am letzten
werden, er hatte eine Indianernatur.
    Wir sannen viel und schwer über gewisse Dinge nach. Große Theorien
beschäftigten unseren Geist. Am Abend vereinigte uns das Lagerfeuer zu langen
Debatten, auf die wir den ganzen Tag über wie auf Weltereignisse gewartet
hatten.
    »Haben Sie darüber nachgedacht?« frug Slim. In diesem Augenblicke machte van
den Dusen eine Bewegung. Bisher war bis auf das Geprassel des Feuers kein Laut
vernehmbar gewesen. Die Indianer lagen in tiefem Schlafe, den Alten ausgenommen,
der ins Feuer blinzelte. Als van den Dusen sich regte, musste ich zu ihm
hinblicken. Er sah mit großen Augen auf uns herüber, die wir die Urwaldstille
störten. Er fixierte Slim; es war etwas wie Erstaunen in seiner Art; er hatte
nicht erwartet, den Mann hier zu sehen. Er ließ sich zurückfallen und wir
sprachen leise fort.
    Und in die große Stille, die jetzt eintrat, in diese hohle flaumige
Windstille schlugen unsere Stimmen wie Widerhaken in Seide. Sie kratzten auf
einem feinen Instrument, das sie gleichsam nicht zu behandeln wussten. Irgendeine
anmutige, aber wilde Sanfteit, die über der Welt lag, wurde durch sie verletzt.
Wir selbst fühlten uns gestört. Wir sprachen mit breiten Mündern und zischenden
Stimmen, die Laute streiften den Rachen. Das Leben im Walde gab uns die Kehlen
von
    Indianern.
    »Nun?« sagte Slim. »Was denn?« machte ich zurück. »Nun, was denken Sie also?
Über - na, über unser Buch?«
    »Entschuldigen Sie«, sagte ich, »Sie sagen da unser Buch - das geht nicht,
das ist eine Beleidigung. Ich erkenne Ihre Höflichkeit an, hehe, - aber es ist
stets verletzend, wenn man dem anderen etwas zuerkennt, das ihm nicht zukommt.
Nicht wahr?«
    »Sicher«, sagte Slim gedehnt, »das ist es eben, Johnny. Es ist so
merkwürdig. Ist es Ihnen noch nie aufgefallen - - -?«
    »Was?«
    »Nun, diese stacheligen Fragen - im Verkehr zwischen Menschen. Es gibt ganz
