 sich
die Manuskripte häuften - - - da schoss mir, von dieser Bewegung zitiert, eine
Erinnerung durch den Kopf, und ich verschmähte den Bleistift. Nach ein paar
tastenden Griffen zwischen staubiges Papier hielt ich das umfangreiche
maschingeschriebene Manuskript in Händen, das Hans Brandlberger mir vor langer
Zeit persönlich übergeben hatte.
    Dieser Vorgang spielte sich in den drei gut auf ihre Zwecke hin
ausgestatteten Räumen ab, die sich Redaktion der »tree worlds« nannten. »Tree
worlds«, für die ich damals die Lektüre einlaufender Manuskripte besorgte, waren
eine internationale Monatsschrift, die philantropischen Zwecken gewidmet war
und in Peking, Frisko und Berlin, das heißt in den bedeutendsten und
meistgesprochenen Sprachen der Welt erschien. Sie veröffentlichten Arbeiten
jeder schriftstellerischen Art auf allgemein verständlicher Grundlage. Ein
kurzer Einblick in das Manuskript Hans Brandlbergers hatte dessen
Unbrauchbarkeit für unsere Zwecke erwiesen. Der Gang der Erzählung wird durch
langwierige Ausführungen unterbrochen und die Technik des Vortrages ergeht sich
streckenweise in so ungeheuerlichen philosophischen Abschweifungen, dass es
fraglich erscheint, ob der Verfasser überhaupt je so etwas wie einen erzählenden
Stil beabsichtigt habe. Aber dies war der ganze Grund nicht, aus dem »tree
worlds« die Aufnahme und Veröffentlichung der Arbeit trotz aller aktuellen
Beziehungen zurückwiesen. Der Herausgeber der Zeitschrift, ein hochstehender und
vielvermögender protestantischer Missionsleiter, dem ich das Manuskript nunmehr
nach eingehender Lektüre mit leidenschaftlicher Empfehlung übergab, wies es nach
Einsicht in ein paar Stellen wegen inhaltlicher Bedenken zurück. Es widersprach
in seinen Ideen und Beweisführungen den philantropischen Grundsätzen der von
ausbeuterischen Millionären geförderten Zeitschrift.
    Ich habe mich nun, angestachelt vielleicht durch die Leichtfertigkeit, mit
der den Redaktionen dogmatische Einwände gegen oft wenig geprüfte Werke einer
freien und unabhängigen Schöpfung geltend gemacht werden, entschlossen, das
herrenlose Manuskript als Buch zu veröffentlichen. Ich bin mir vollständig
darüber klar, dass ich durch diese Tat kaum die Literaturgeschichte, aber
vielleicht die Geschichte der Menschheit um einen wertvollen Beitrag bereichere.
Irgendwelche anderen künstlerischen Absichten, als scharf und umfassend zu
beschreiben, treten darin nicht zutage, wie es von einem Manne, der
naturwissenschaftliche und technische Studien betrieben hat, auch nicht anders
zu erwarten ist. Wenn gleichwohl hier und da die Anstrengung deutlich wird,
etwas zu schaffen, das ein Ergebnis von Kunst sein könnte, so möchte ich die
Ermüdung des Verfassers im reinen Zeugenschaftablegen darauf zurückführen, dass
es ihm mitunter wohl auch darum zu tun war, sein Erlebnis so gegenständlich und
gegenwärtig als möglich zu verdeutlichen. Es war keineswegs ein klarer und in
seinen Absichten ausgesprochener Mensch; dies geht aus seinen Schriften nur
allzu deutlich hervor; er wollte vielleicht, während er Zeugenschaft ablegte, zu
vieles zugleich, denn er besaß eine einzige Tugend: er war gründlich! So dass man
seiner Arbeit zwar nicht die eines Kunstwerkes, aber immerhin
