 verkehrten Metoden, hängen wir das Leben und
seinen Verstand bei den Beinen auf! Ah, wie ich sie alle durchschaute, sie und
mich, wie ich mich mit ihnen auf derselben Staffel bewegte und mit ihren
Sensationen im Schritt blieb! Irrsinnig wollten sie nun zur Abwechselung einmal
sein und waren es auch, und irrsinnig wollte auch ich sein, und, Gott verdamme
mich, die Geschichte entwickelte sich! War es nicht an und für sich schon eine
verrückte Idee, Irrsinn zu simulieren! Es geht, es geht! Endlich sind wir vom
Verstande erlöst! Wir lösen uns in das wildeste Denken auf. Die Worte tanzen wie
Götter, jeder Klang hat einen meilenweiten Geruch nach Himmel oder Hölle, der
Wortegeist ist in uns gefahren, im Wortschwall sprudeln wir die Welt noch einmal
hervor. Und dennoch sind wir nicht irrsinnig. Wollt ihr es bewiesen sehen? Wir
können vernünftig sein. Doch scheint es uns nicht wünschenswert. Wir sind
seliger im Irrsinn. Adieu, Räson, öffne dich, flackernde Nacht der Intellekte!
Auf Erden geschieht alles nur aus Angst vor der Langeweile! Die Erde, nein, ist
das Fiebern eines Gottes! Er ist durstig, er will saufen; er will leben und
alles ist öde; da schneidet er seine Kehle auf, einen zweiten großen, einen
größeren Mund, und er hört sein Blut quellen und glaubt eine Oase damit zu
tränken, er hört es in der großen Stille, die um ihn ist, klirren wie Metall,
seine Rhytmen schlagen gegeneinander und er tanzt, tanzt Worte, dass sie wie
rote Kugeln von ihm fliegen, und fängt mit den Lippen durstig auf, was dunkel
aus seinem eigenen Munde an der Kehle brach. Er nährt, schluckt und verdaut sich
selbst, der Gott der Erde, welcher ist gleich dem Gotte des Irrsinns und der
Worte! Sein Fieber ist Erde, und darum werde ich ein Buch schreiben und es
»Fieber« heißen, ein Buch für alle jene, die nicht dabei sind, wenn ich
irrsinnig bin und in Lauten rase!
    In meinem pytischen Wahnsinn ist Tiefe. Die Nacht ist still, die Lagerfeuer
kreisen. Auf Slims bärtigem Gesicht liegt das Lächeln süß und frisch wie bei
einem Naturkinde. Und er wandte sich an mich: »Dieser melancholische Dutchman
kann mich nicht ausstehen. Ich mache ihn krank, er kann mein Gesicht nicht
verknusen. Eines Tages wird er mir im Schlafe den Kopf abschneiden. Ich kenne
ihn; er ist harmlos, das ist stets gefährlich. Er kann wütend werden, dieser
Trübselige; und, sehen Sie, Johnny, das kann unsereiner nicht. Wir haben
Phantasie. Wir tun keinem Vogel was zuleide, sofern es nicht gerade praktisch
ist. Aber als
