 glücklichen Anhaltspunkt für meine
Logik, dass ich niemals im Besitze einer besonders dünnen, verschliffenen
Machetta war. Denn manchmal hatte es mir scheinen wollen, als wäre jene
Traumgestalt, die ich in ihrem waffenstarrenden, komischen Aufzuge van den Dusen
nannte, eine Transformation gewesen. Was es war, konnte ich nicht sagen; aber es
war damals eine tiefe, selbstquälerische Unruhe in mir.
    Aber dies alles war vielleicht wirklich nur eine allzu genaue Probe auf ein
abstraktes System, das die Tropensonne in uns ausgegoren hatte. Hatte man's
nicht schon erlebt, welche grotesken Ordnungen und Mechanismen sie im Gehirn des
Orientalen zeugen konnte? Welche rhytmisch und tief geklügelten Fiktionen,
welche matematisch und equilebristisch richtigen Gebäude von Trugschlüssen
üppig aus ihrer Hitze quollen und aus Entbehrungen und Strapazen, wenn die
Nerven arischer Menschen ihnen ausgesetzt waren? Zeit und Raum waren, um mit
Slims Worten zu sprechen, für uns nur Skelett, Technik, um zu unserem eigenen
Leben, dem Widersinnlichen und Unsinnlichen, zu kommen. Indem wir eine saftige
Bresche in den räumlichen Widerstand des Waldes schlugen, eroberten wir die
fünfte Dimension. Unsere Indianer krabbelten über das Leben wie über ein Laken.
Denn der rote Mann hat den Raum nicht, das Gleichzeitige vieler Flächen. Er
bewegt sich ewig in der Wagerechten. Man sieht ihn wie ein Tier mit der Stirn
vorausrennen. Er beugt den Kopf in den Schultern. Das ist der Energische, der
Geradewegsmensch, der geistlose Tatkräftige. Er fühlt die Zeit nicht wirklich,
das Gleichzeitige vieler Räume. Er ist nicht zugleich als dieser und jener Typus
auf der Welt, ohne Breitegrad und Erstreckung, und er hat den Gedanken nicht,
das Gleichzeitige vieler Zeiten. Wir aber sind im Gedanken! Für uns ist die
Realität, ein Urwald zum Beispiel, eine Kleinigkeit: wir bewältigen sie linker
Hand, wir ministrieren sie a latere, wir erschauen sie aus einer Perspektive (da
es sich als wesentliche Erleichterung zeigt). Wir sind die Söhne der fünften
Dimension und zwei ist eins, und eins ist hier zwei. Alles zerfällt zu seiner
Gänze. Vorwärts, schwinget die Machettas, durch, durch, durch ... da, durch
diesen Busch - ah, durch!
    Am siebenten Tage spüren wir eine Veränderung. Etwas in der Luft ist
verändert. Das Tastgefühl unserer Hand reagiert darauf gleichsam wie auf ein
mattes Tönen. Dünneres liegt in der Atmosphäre. Wir atmen die Lichtung.
    An den Abenden, wenn die große, schwebende Unruhe des Waldes unsere Arbeit
plötzlich abstellt, sinken wir müde am Lagerfeuer nieder. Zana, die nie spricht,
sieht träge und ohne einen Finger zu rühren, zu, wie unsere Indianer die
Mahlzeit rüsten. Wir essen schweigend, niemand erfreut sich ihrer Gunst
