 kein Takt, nur von
den Galerien und Gängen, aus den Saalwinkeln und von den Türrahmen hörte ich ein
Treten von Sohlen, Sohlen, Sohlen. Der Zehengänger waren nicht viele. Nicht
viele waren sprungbereit und straff. Sie huschten mit ihren Illusionen an den
Seltsamkeiten und toten Formen hin, ohne sie zu halten. In atavistischen
Kleidungsformen ohne Kraft, Symbolen, deren seelische Mächte gestorben waren,
die den Körper zwängten und den Schädel öde verlängerten, komplimentierten sie
sich aus dem Leben hinaus. Diesem Leben fehlten Grausamkeit und Würde, ein
später Falter aus heroischerem Geblüte pendelte es mit feudaler Verruchteit im
Gleichgültigen. Mit den Schimmern vergangener Zwecke und dem Atem prahlerischer
Geniesslichkeit behaftet, leidensunfähig und eitel, finden wir die Kelche des
Lebens blass und leer von Honig. Aber dies ist nicht des Menschen Sinn und
Schicksal. Der Mensch ist vom Katzengeschlechte, klein, schlau und beharrlich,
reüssierend, sich steigernd. Die Beobachtung war sein; er war das
scharfsinnigste und jägerischeste aller Wesen. Er hatte durch Beobachtung und
schöpferische Betrachtung seine Masse ins Ungeheure geschraubt, während alle
anderen Systeme in ihrer Größe zurückgegangen waren. Sein Wille war sein
Schicksal. Seine Beobachtung seine Klaue. Mit seinen Wimpern marschierte er in
Weiten, die die Erde nicht kennt. Mit dem Strahl seiner Augen leitete er Ströme,
die ihn, er muss nicht wissen wohin, ins Gute reißen. Er ist eine schnelle und
eine tüchtige Katze, er passt scharf, und er versteht es, Wild zu sein. Gott hat
ihm Augen gegeben, zu lieben und zu verdauen. Dem Drachen aber den Wanst.
    Beobachtung! Beobachte dich selbst und du nimmst zu! Unter deinem Blicke
schwillt der Muskel. Du entwickelst dich von dir zu deiner Technik, von deinen
Wünschen zu deiner Art, vom Vergnügen zur Lust, von deiner Hast zur Pace. Und
die Pace ist gut. Haben wir sie verloren, so wollen wir sie uns wieder holen.
Wir reisen. Wir bezwingen den Wilden, indem wir ihn sehen kommen. Und nun holen
wir uns wieder, was wir für unser Gehirn eingetauscht hatten, aber wir geben den
Tausch nicht auf. Wir behalten, was wir besitzen. Denn unser Gehirn ist unser
Messer, eine feine Klinge der Beobachtung, die wir nicht vom Leibe geben. Es ist
unsere Pupille in der Nacht, unsere Nüster wider den Wind, unsere Sehne zum
sezierten Glied. Frigide Dichter, die Ruhe statt der Lust suchten und
schwächliche Beobachter waren, haben uns die Analyse verleidet. Ein guter
Beobachter aber freut sich seines Sehens. Er sieht nichts, das er nicht gerne
sieht. Er sieht, auf dass etwas zu sehen sei. Denn der moderne Mensch ist jener,
der solange hört, bis das
