 sein. Bombimba kann in unsrer Nähe bleiben.«
    Die Beiden reichten sich die feinen Hände und drückten sie, Bombimba sah
starr zu; er hatte noch niemals einer Auflösung beigewohnt.
    Und dann reckte sich plötzlich der Lesabéndio dreißig Meter hoch empor, und
die Poren seines Körpers weiteten sich mächtig wie große Rachen auf. Und Peka
wurde mit einem Ruck von Lesas Körper angezogen - und war gleich danach
verschwunden.
    Langsam schlossen sich Lesas Körperporen, und dann wurde er langsam wieder
kleiner und blickte langsam im Nordtrichter herum, als sähe er alles mit ganz
neuen Augen.
    »Es ist mir doch«, sagte er bedächtig zum Bombimba, »als wären wir immer auf
einem Irrwege. Wir haben eigentlich niemals das Gefühl, als wäre das, was wir
tun, das Richtige. Es gibt immer noch eine andere Bandbahn, die in scheinbar
besserer Gegend zum Ziele führt. Ich sehe den Peka, der mir so heftig Zeit
seines Lebens widerstrebte, jetzt so deutlich vor mir, wie ich ihn nie in seinem
Leben sah. Sein Geist wird in mir immer lebendiger werden. Und ich bekomme
dadurch eine neue Seite. Unsre Persönlichkeit schließt sich niemals ganz ab.
Auch Peka empfand zuletzt, dass sein Weg wohl nicht der einzige Weg zum guten
Ziele sei. Auch sein gutes Ziel wurde ihm undeutlich.«
    Bombimba sagte rasch:
    »Welch ein geheimnisvolles Leben führen wir auf dem Pallas! Mir ist so, als
hätte ich Euch beide jetzt erst verstanden. Aber ich verstehe auch, dass Ihr nie
zusammenkommen konntet, solange Ihr lebtet. Die Auflösung Pekas in Dir hat aber
das Unmögliche ganz einfach möglich gemacht. Ob es möglich ist, s, dass sich
der Pallasianer auch in einem andern höheren Wesen auflösen könnte? Weißt Du
das?«
    »Ich weiß das nicht«, versetzte s, »aber vielleicht erfahren wirs, wenn
wir oben sind. Wir erleben ja auf dem Pallas so große Wunder, dass wir wohl
hoffen dürfen, dass wir immer größere erleben werden.«
    Die Lichtwolke kam herunter, und es wurde Nacht im Nordtrichter. Alle
elektrischen Lampen flammten mit einem Ruck bunt und funkelnd auf. Die
Scheinwerfer drehten sich. Bombimba legte sich auf die nächste Pilzwiese, die
Haut seines Rückens spannte sich hoch über ihm zusammen. Er ließ seinen linken
Arm leuchten und rauchte sein Blasenkraut und dachte über Leben und Sterben auf
dem Pallas nach.
    Lesabéndio aber fuhr auf zehn Bandbahnen und zwei Seilbahnen zum Biba und
erzählte ihm, was vorgefallen war.
    Biba lächelte und sagte hastig:
    »Das hab ich immer gewünscht. Grössere Ruhe ist für Dich ein Bedürfnis. Peka
wird sie Dir geben. Jetzt kannst Du auch erfahren, wie der Peka in Dir wirkt -
ob er
