 zu
kommen, muss man sich immer wieder unterordnen - ja, man muss seine besten
Gedanken auch immer wieder einem größeren, noch nicht gleich verständlichen
Gedanken unterordnen; tut man das nicht, so ermüdet man, wird schläfrig und
schlaff. So ergehts ja vielen Pallasianern, die nur daran denken, in ihrer Art
ihren Stern Pallas weiter auszubauen, ohne ihre Ausbaugedanken einem höheren
Sterngedanken unterzuordnen. Und deswegen finde ich, dass es uns allen prächtig
bekommen wird, wenn sich die Pallasianer von jetzt ab um Deinen großen
Nordtrichterrand konzentrieren. Bist Du zufrieden mit dieser Erklärung?«
    Lesabéndio war selig.
    »Wie«, sagte er leise, »sollte ich etwas hören, das meinem Ohrsystem
angenehmer klingen könnte! Alle Sofanti-Musik im Zentrum ist einfach garnichts
dagegen. Jawohl, ich glaube schon, dass dieses Sichunterordnen einem Grösseren
gegenüber das allertiefste Geheimnis unsres Sternsystems umfasst. Mir ist es auch
immer so gegangen, dass ich mich recht unselig empfand, solange ich nur mit mir
selber zusammenhing - dass ich aber ganz ruhig innerlich wurde, sobald ich mich
in Gedanken an den großen Unbekannten anschmiegte, der mehr von unserm Geschick
weiß als wir - und der uns lenkt, wenn wir ihn auch nicht erkennen können,
dorthin, wohin wir hingelangen sollen. Es ist dieses Sichanschmiegen an den
Grösseren so ganz mir zur zweiten Natur geworden, dass ich garnicht mehr anders
kann. Mir ist so, als wenn der Große immer unsichtbar neben mir ist. Und ich
glaube, dass ich ihn noch mehr erkennen werde, wenn wir oben durch die
Spinngewebewolken durchgekommen sind. Konzentration ist zweifellos nur
Unterordnung unter einen größeren Plan oder Gedanken. Und deshalb denke ich
jetzt an nichts Anderes als an meinen großen Turm; Dex, Labu und Manesi sind auf
meiner Seite, und nun sind wir mit Dir zusammen fünf.«
    »Es haben«, erwiderte nun der Biba, »unzählige Weise auch auf andern Sternen
immer wieder nur den einen Gedanken gehabt, dass grade nur die Ergebenheit uns
mit unserm ganzen Leben versöhnen kann. Auf einzelnen Sternen sterben Millionen
von Lebewesen in jeder Sekunde - dieses große Sterben ist nur dazu da, damit die
Überlebenden die großartigen Schauer der Ergebenheit kennen lernen. Man nennt
das zuweilen auf andern Sternen auch Religion. Und es ist ja auch so klar, dass
wir eigentlich stets etwas vor uns haben müssen, das größer ist als wir; nur so
bekommen wir immer wieder einen Begriff von der kolossalen Grossartigkeit der
Welt. Würde es uns so leicht sein, höher zu steigen, so würden wir die Welt
nicht so als Größeres und Ganzgrosses empfinden; wir müssen immer wieder
zurückgedrückt und ein wenig erdrückt werden, damit wir merken, wie groß das
Große der großen Welt ist -
