 ihr
kappadozisches Aussehen, und dann ließ sie mich gar nicht mehr los - ob ich das
auch fände - und wie ich darauf käme - es sei wirklich wunderbar.
    Ach Gott, was geht mich die kappadozische Dame an - ich möchte meinen Roman
schreiben, und es ist doch nicht so einfach, wie ich dachte. Das bunte Treiben
im Eckhaus - der Kreis - die Enormen - aber mir fehlt einstweilen noch der
Faden, die durchgehende Handlung, oder wie man das nennt. Und ob es angeht,
einen ganzen Roman so zu schreiben, wie ich das erste Kapitel angefangen habe -
ich fürchte, es gibt ein zu rasches Tempo. Man müsste wohl für jede Gruppe einen
besonderen Stil anwenden. Darüber werde ich Doktor Gerhard oder Adrian noch zu
Rate ziehen. Und vieles wird mir der Philosoph erklären müssen.
Das Fest an sich wäre wohl besonders schwierig zu schildern, denn für mich war
es ein unbeschreibliches Durcheinander von Menschen, Kostümen, Musik, Lärm,
einzelnen Vorfällen, Gesprächen und so weiter. Ich bin auch kein Karnevalmensch,
wie man hier sagt. Ich trinke wenig, tanze nicht und bin froh, wenn man mich
möglichst in Ruhe lässt.
    Durch die kappadozische Dame kam ich an den Hofmannschen Tisch. Ab und zu
erschien Susanna und setzte sich neben mich. Das war mir ein Trost - ich hätte
mich sonst wieder recht ratlos gefühlt. Ich dachte, man würde sich gemessen und
weihevoll benehmen, und es machte mich stutzig, dass der Professor als Teufel
verkleidet war und in wilden Sprüngen tanzte. Gott, das ist wohl begreiflich,
ich hatte noch nie einen Professor in rotem Trikot gesehen. Eine Anzahl
Jünglinge bildete einen Kreis um ihn - ich glaube, es wurde ein Walzer gespielt,
aber niemand kümmerte sich darum, sie sprangen auf ihre eigene Weise, und die
kappadozische Dame war ganz entzückt und sagte, das sei dionysisch. Adrian
teilte ihre Begeisterung und erklärte, er würde nächstens auf seinem Atelier
eine Satansmesse veranstalten, ob ich nicht kommen wollte. Ich meinte etwas
kleinlaut, dass ich noch nicht genug von Magie verstände... »Oh, ich kann Ihnen
ein Buch darüber leihen... Ja - übrigens weiß ich doch nicht recht, ob eine
Satansmesse das Richtige wäre, aber eine Orgie - eine panerotische Orgie. Was
meinen Sie dazu, gnädiges Fräulein?«
    Susanna trat mich so energisch auf den Fuß, dass ich unwillkürlich stöhnte -
ich hatte nur Sandalen an. Und Adrian wandte sich rasch nach mir um: »Sie
scheinen das nicht recht zu billigen, Monsieur Dame - aber warum nicht? Sind wir
nicht ebeno berechtigt, Orgien zu feiern, wie die alten Römer und Griechen? Ich
dachte, gerade Sie mit
