 die Kraft aller jungen Leute, die fortgegangen sind.)4
    Das Volk, das sich ihn erwünschte, ohne sich einen vorzustellen, machte ihn
nur noch freier und unbegrenzter in seinen Möglichkeiten. Aber die Erklärung der
Mutter hatte, selbst als bewusster Betrug, noch die Macht, ihn zu verringern; sie
hob ihn aus der Fülle seiner Erfindung; sie beschränkte ihn auf ein müdes
Nachahmen; sie setzte ihn auf den Einzelnen herab, der er nicht war: sie machte
ihn zum Betrüger. Und nun kam, leiser auflösend, diese Marina Mniczek hinzu, die
ihn auf ihre Art leugnete, indem sie, wie sich später erwies, nicht an ihn
glaubte, sondern an jeden. Ich kann natürlich nicht dafür einstehen, wie weit
das alles in jener Geschichte berücksichtigt war. Dies, scheint mir, wäre zu
erzählen gewesen.
    Aber auch abgesehen davon, ist diese Begebenheit durchaus nicht veraltet. Es
wäre jetzt ein Erzähler denkbar, der viel Sorgfalt an die letzten Augenblicke
wendete; er hätte nicht unrecht. Es geht eine Menge in ihnen vor: Wie er aus dem
innersten Schlaf ans Fenster springt und über das Fenster hinaus in den Hof
zwischen die Wachen. Er kann allein nicht auf; sie müssen ihm helfen.
Wahrscheinlich ist der Fuß gebrochen. An zwei von den Männern gelehnt, fühlt er,
dass sie an ihn glauben. Er sieht sich um: auch die andern glauben an ihn. Sie
dauern ihn fast, diese riesigen Strelitzen, es muss weit gekommen sein: sie haben
Iwan Grosnij gekannt in all seiner Wirklichkeit, und glauben an ihn. Er hätte
Lust, sie aufzuklären, aber den Mund öffnen, hieße einfach schreien. Der Schmerz
im Fuß ist rasend, und er hält so wenig von sich in diesem Moment, dass er nichts
weiß als den Schmerz. Und dann ist keine Zeit. Sie drängen heran, er sieht den
Schuiskij und hinter ihm alle. Gleich wird es vorüber sein. Aber da schließen
sich seine Wachen. Sie geben ihn nicht auf. Und ein Wunder geschieht. Der
Glauben dieser alten Männer pflanzt sich fort, auf einmal will niemand mehr vor.
Schuiskij, dicht vor ihm, ruft verzweifelt nach einem Fenster hinauf. Er sieht
sich nicht um. Er weiß, wer dort steht; er begreift, dass es still wird, ganz
ohne Übergang still. Jetzt wird die Stimme kommen, die er von damals her kennt;
die hohe, falsche Stimme, die sich überanstrengt. Und da hört er die
Zarin-Mutter, die ihn verleugnet.
    Bis hierher geht die Sache von selbst, aber nun, bitte, einen Erzähler,
einen Erzähler: denn von den paar Zeilen, die noch bleiben, muss Gewalt ausgehen
