 der
Gebende ist, so oft er zu seinen roten Brüdern kommt? Was er von ihnen bekommt,
ist wenig, denn sie sind arm. Was aber er gibt, das sind innere Reichtümer, für
die es keine äußere Bezahlung gibt. Wenn ich in dieser Weise von Old Shatterhand
spreche, so meine ich ihn nicht allein, sondern das Bleichgesicht überhaupt, dem
wir von jetzt an nur noch Gutes zu verdanken haben werden. Glaubst du, mit
diesem Bild die Gegner zu besiegen?«
    »Nicht mit Winnetous Bild, sondern durch Winnetou selbst. Das Bild soll nur
der Schlüssel sein, der mir die Herzen und das Verständnis öffnet. Während die
da unten am Schleiersee am Monumente bauen, lasse auch ich bauen.«
    »Was?«
    »Auch eine Figur, eine Winnetoufigur. Aber unendlich größer, schöner und
edler, als sie je ein Künstler herstellen könnte.«
    »Und wer baut sie? Du?«
    »Ich? O nein! Wenn kein Künstler das vermag, so vermag ich es doch noch viel
weniger! Der Baumeister, der Bildhauer ist Winnetou selbst! Und sein Werk ist
ein Meisterwerk. Es ist schon vollendet. Ich brauche es nur aufzustellen.«
    »Wo hast du es?«
    »Hier, im Nebenzimmer. Ich grub es aus. Am Nugget-tsil. Es ist sein
Vermächtnis. Es sind die Manuskripte, welche er schrieb. Lass also die Surehands
und die Apanatschkas da unten am Wasserfall bauen! Wir bauen auch! Hier oben,
bei dir, im Schloss. Wessen Bau eher fertig wird und welcher der wertvollere
ist, das wird sich finden! Ich bitte dich um die Erlaubnis, morgen ein
Mittagessen zu geben. Punkt zwölf. Ich ließ Old Surehand und Apanatschka durch
Kolma Putschi laden.«
    »Uff! Die kommen nicht!«
    »Sie kommen! Denn ich ließ ihnen sagen, dass ich, falls sie mich durch Absage
beleidigen, die Kugeln sprechen lassen werde.«
    »So kommen sie!«
    »Ich lade alle deine Häuptlinge dazu. Auch Atabaska und Algongka,
Wagare-Tei, Avaht-Niah, Schako Matto und andere. Nur dich nicht. Denn du hast
höher zu stehen, als alle die welche ich nannte.«
    »Tue, was dir beliebt; Du weißt, dass du Herr hier bist. Sag' Intschu-inta
alles, was du brauchst, besonders die Speisen, welche du wählst. Er wird dir
alles besorgen. Darf ich fragen: Wozu dieses Mittagessen?«
    »Erstens, um Old Surehand und Apanatschaka herbeizuzwingen. Zweitens und
hauptsächlich aber, um mit diesen Häuptlingen allen das zu bilden, was die
Bleichgesichter als einen Lesezirkel bezeichnen. Sie haben
