. Und niemand freut sich mehr darüber als der König.
Eifersucht Heliodors. Steigendes Vergnügen auf Seite des Königs.
Auseinandersetzung zwischen Heliodor und dem König. Hohn, Verfeindung. Nun
geschieht etwas höchst Unerwartetes. Ägidius zückt den Dolch gegen den König, er
will ihn ermorden. Dieser Mordversuch müsste natürlich sehr sorgfältig motiviert
werden, wenn Sie nicht die Güte hätten, lieber Georg, die Sache in Musik zu
setzen. So wird es genügen, anzudeuten, dass der Jüngling ein Tyrannenhasser,
Mitglied einer geheimen Verbindung, vielleicht ein Narr oder Held auf eigne
Faust ist. Das weiß ich nämlich noch nicht. Der Mordversuch misslingt. Ägidius
wird festgenommen. Der König wünscht mit ihm allein zu bleiben. Duett. Der
Jüngling ist stolz, gefasst, groß, der König überlegen, grausam, unergründlich.
So ungefähr stell ich mir ihn vor: Er hat schon viele in den Tod geschickt,
schon viele sterben sehen, aber ihm, in seiner ungeheueren innern Wachheit,
scheinen alle übrigen Menschen in einem Zustand halber Bewussteit dahinzuleben,
so dass ihr Dahingehen gewissermaßen nichts anderes zu bedeuten hat als einen
Schritt aus Dämmerung in Finsternis. Ein solcher Untergang scheint ihm hier zu
mild oder zu banal. Diesen Jüngling will er aus einem Tag, wie ihn noch kein
Sterblicher genossen, ins furchtbarste Dunkel stürzen. Ja, das geht in ihm vor.
Wieviel er davon ausspricht oder singt, das weiß ich natürlich noch nicht.
Ägidius, als ein nach aller Meinung zu sofortigem Tod Bestimmter, wird
abgeführt, und zwar auf dasselbe Schiff, auf dem am Abend darauf Heliodor mit
der Prinzessin ihre Reise hätten antreten sollen. Der Vorhang fällt. Der zweite
Akt spielt auf dem Verdeck. Das Schiff in voller Fahrt. Chor. Einzelne Gestalten
heben sich heraus. Ihre Bedeutung tritt erst später zutage. Morgendämmerung.
Ägidius wird aus dem unteren Schiffsraum heraufgeleitet. Wie er natürlich glauben
muss, zum Tode. Aber es kommt anders. Seine Fesseln werden gelöst, alle neigen
sich vor ihm. Er wird begrüßt wie ein Fürst. Die Sonne geht auf. Ägidius hat
Gelegenheit zu bemerken, dass er sich in der besten Gesellschaft befindet. Schöne
Frauen, Edelleute. Ein Weiser, ein Sänger, ein Narr sind zu größeren Rollen
bestimmt. Aus dem Chor der Frauen löst sich aber keine andre als die Prinzessin
selbst, die Ägidius zu eigen gehört, wie alles auf dem Schiff.«
    »Ein splendider Vater und König«, sagte Georg.
    »Für einen geistreichen Einfall ist ihm nichts zu teuer«, erläuterte
Heinrich, »das ist seine Natur. Es folgt ein herrliches Duett zwischen Ägidius
und der Prinzessin, dann setzt man sich zum Mahl. Nach dem Mahle Tanz. Hohe
Stimmung. Ägidius muss
