, in alle Länder, kehren ein bei diesem Menschen, bei
jenem, schweben des Nachts über den Häuptern derselben und singen den Herrn;
diese glücklichen Menschen sind dann vom nächsten Morgen an die großen Musiker,
welche das träumerisch Vernommene zu fesseln suchen und der Welt überliefern. So
verbreitet sich der Himmel, die verschiedenen Apostel verstehen oft selbst nicht
die Sprache, welche sie reden, der Dichter nur deutet sie, und das tu' ich;
jeder Walzer ist die Geschichte eines Menschen, der sich im leichten Sinne zum
Ewigen durchschaukelt; die Symphonie ist schon der Versuch, sich einer ganzen
Himmelsgegend zu bemächtigen, und der Schluss meines Gedichtes wird dann das
große, letzte irdische Musikfest, das profane Menschen das Ende der Welt nennen,
da löst sie sich auf in verschwebende Harmonie, der Mensch wird Ton, die
Sinnesrichtungen entwickeln sich als Tonarten, der vereinte große Herzschlag der
Menschheit wird Takt, das allgemeine Aufgehen in die Gottheit wird Weltenchorus,
jene unendliche, nur von den zartesten Gemütern geahnte Symphonie der Sphären.
    Dies Land hat den Wein erfunden, um aus der irdischen Entzückung in die
überirdische zu gelangen. Eine junge Gräfin aus der Champagne, Lilli heißt sie,
versorgt mich mit Champagner. Wir lieben einander wie zwei Küsse, die sich
unvermutet im Universums begegnen. Ich habe sie hier in St. Pelagie gefunden,
wohin sie nach einer stillen Klause geflüchtet war, weil die Welt ihr
Fallstricke legte, und ihre Revenuen unvermutet ausgeblieben waren. Wir haben
geschwärmt und gedichtet und gerungen miteinander vom Aufgange bis zum
Niedergange, es ist endlich still um uns geworden, der Priester hat seine Weihe
über uns gesegnet, ein Verwandter hat die Schulden bezahlt, sie hat den Staub
dieses Hauses von ihren Füßen geschüttelt, und ich erwarte jetzt täglich, dass
sie auch mir die Palme des Ausgangs senden werde.
                                                                         Später.
Es hat sich ein junger Mann an mich angeschlossen, der zu denen in Frankreich
gehört, welche die unruhige, haltlose Welt wieder zu einem religiösen
Mittelpunkte führen wollen. Er sagt, gerade die lebhaftesten Kinder der Welt
müssten zuerst gewonnen sein, weil in ihnen die größte Bewegung, also auch die
größte Empfänglichkeit herrschte; der neue Glaube müsse die Welt mit ihrem Sturm
und Drange des sinnlichen Lebens nicht leugnen, sondern just auf den Fittichen
derselben hindurchführen. Auch meine Frau hat er hier kennen gelernt und ihr
sehr gut gefallen, er geht immer hellblau gekleidet, halb elegant, halb
orientalisch, und in St. Pelagie hält er sich nur auf, um Proselyten zu machen;
Geld hat er hinreichend, da er einer großen wohlversehenen Gesellschaft
angehört. Wenn ich nicht bald bereit würde, so hat er mir versprochen, mich aus
seinen Mitteln zu lösen.
                                                                         Später.
Der
