 a Geistlicher, net wahr?«
    »Das is er noch gar nicht.«
    »Aber er wird's. Außerdem hat ihn die Traudel beim Schwager kennen g'lernt,
und der Toni hat ihn uns warm empfohlen.«
    »Das ist alles ganz recht. Ich denk' ja auch nichts Schlimmes dabei. Warum
hätt' sie ihn nicht kennen lernen sollen? Aber dass er so oft kommt, und dass sie
allein musizieren, das find' ich nicht in der Ordnung.«
    »Is doch allaweil d' Matild' dabei!«
    »No weißt, dei Schwester! I tu' ihr nichts weg, aber die ist die allererst',
die ihre Bemerkungen d'rüber macht; und eine alte Jungfer mit überspannten Ideen
ist g'rad auch nicht die beste Aufsicht.«.
    »Die soll's überhaupt bei der Traudel nicht brauchen, hoff' ich.«
    »Da red'st du wie alle Männer! Ich hab' unser' Tochter auch mit aufzogen und
hab' g'rad so viel Vertrauen zu ihr wie du. Gott sei Dank, dass sie ein braves
Mädel is. Aber sie könnt' zuletzt selber nichts dafür, wenn sie sich verliebt.
Sie tät nichts Unrechtes, das weiß ich schon, aber sie tät sich vielleicht
Hoffnungen in den Kopf setzen.«
    »Geh! Geh!«
    »Ja, oder er. Kommt dir das gar so unmöglich vor, dass er Feuer fangt? Und
das wär' ein Unglück für ihn.«
    »Er weiß doch, was er is.«
    »Die Vernunft hat noch keinem geholfen.«
    »Mir können ihm doch net auf einmal 's Haus verbieten.«
    »Das will ich gar nicht. Ich möcht' den armen Menschen um alles in der Welt
nicht verletzen.«
    »Was soll'n wir nachher tun?«
    »Das musst mich machen lassen, Papa. Ich bring' das schon in Ordnung. Die
Hauptsach' ist, dass du dir nichts merken lasst. Nicht gegen unser' Traudel, und
nicht gegen den Herrn Mang.«
    »Ich bin froh, wenn ich nix weiß davon.«
    »Und lad ihn auch nicht ein, das mach' schon ich.«
    »Ihr Frauen seld's eigentli harterzig! «
    »Das is nicht harterzig, wenn man zu rechter Zeit vorbeugt.«
    »No, von mir aus! Jetzt kommt er, scheint's.«
    »Also gelt? Herein!«
    Man hörte Stimmen vor der Türe, und Sylvester trat ein. Es war leicht zu
sehen, dass er nicht zum ersten Mal hier war. Er war frei von Befangenheit und
