
dass Hölle und Teufel auf ewig verschwinden müsse und die Menschheit nun nicht
mehr belogen und betrogen werden könne!
    Denn es war Einer sogar dem Menschengeiste vorangeschritten, den Weg zur
Seligkeit herauf, und hier bei ihnen stehen geblieben. Der Einzig-Eine, dem
niemals Jemand widerstehen konnte und widerstehen wird. Er trug das arme,
dürftige Gewand der Nazarener, aber auch die vier Nägelmale, von denen kein
Teufel hören kann, ohne zu zittern! Als er die beiden stehen sah, hob er
gebieterisch die Rechte gegen sie und deutete mit der Linken nach dem Abgrund,
der damals so viele Unglückliche verschlungen hatte. »Fort mit Euch von hier!«
gebot er ihnen. »Ich bin der Geist; sie aber ist die Seele; gebt Raum für sie:
für meine Nächstenliebe!«
    Da geschah, wie damals, ein Blitz und hierauf ein Donnerschlag, so dass die
Erde bebte. Der Satan flog mit seiner »Hen« dem Abgrund zu und verschwand in
dessen Tiefe; der Felsen aber warf die Steine des Grabes aus, und dann trat sie
hervor, die Himmlische, zu dem Erlöser hin, nach dessen Geist die Seele ewig
strebt. Der schlug den Arm um sie, wendete sich mit ihr zurück zu denen, die da
kamen, winkte ihnen, ihm und ihr zu folgen, und schritt sodann dem offenen Tore
zu!
    Ich saß noch lange, wie festgebannt, unter dem Eindrucke des Ganzen. Dann
stand ich auf und ging das Gemälde ab, um die Schönheiten auch im Einzelnen zu
genießen. Die Saiten des Si-Yangtschin hörten jetzt auf, zu klingen, und als ich
die hintere, schmale Wand erreichte und dort nach Yin suchte, um mich bei ihr zu
bedanken, war sie fort. Es führte da eine Tür hinaus, durch welche sie gegangen
war. Zwischen den Pflanzen aber stand das Instrument, mit dem sie sich für mich
beschäftigt hatte.
    Dann ging ich wieder nach vorn. Der Pfarrer war nicht mehr da. Doch als ich
hinauskam, saß er auf seiner Bank, um auf mich zu warten. Er ging erst noch
einmal hinein, um nun auch den zweiten Vorhang niederzulassen, und dann führte
er mich durch das Kastle nach der Straße hinaus, auf welcher wir in kurzer Zeit
das höchste Gebäude der Besitzung, die Kapelle, erreichten. Unter ihr lag, wie
schon einmal erwähnt, das Atelier. Wir gingen vorüber. Das war, wie der
Geistliche sagte, ein Heiligtum, in welchem meist nur geistig Hohes geboren
wurde. Darum äußerten selbst bevorzugte Personen niemals den Wunsch, es zu
betreten. Yins eigene Aufforderung war der einzige Schlüssel, es für Andere zu
öffnen.
    Als er mir »seine« Kapelle
