 eine, sondern zugleich auch alle zukünftigen Wetten meines
Gegners gewinnen.«
    »Schauderhaft! Fast teuflisch!«
    »Nein, sondern das Gegenteil! Ihr habt mir wiederholt und in vollem Ernst
erklärt, dass meine Abneigung gegen das Wetten ein Schandfleck an mir sei. Ich
hingegen teile Euch aufrichtig mit, dass es in meinen Augen keinen vollkommeneren
Gentleman als Sir John Rafflei geben würde, wenn es ihm gelänge, der Gewohnheit
zu entsagen, sich bei jeder Gelegenheit gegen den edelen Wert des Geldes zu
versündigen. Das Geld ist nicht nur Metall; es stecken in ihm die Arbeiten und
Sorgen, die Anstrengungen und Entbehrungen aller Eurer Vorfahren und ihrer
Untertanen. In diesen Goldstücken ist der ganze Schweiß und sind alle Tränen
verstorbener Generationen materialisiert. Dieses Geld ist Gotteslohn und
zugleich auch Teufelslohn, je nach der Weise, in welcher es errungen wurde. Euch
allein ist es möglich, es dem Satan zu entreißen und nur allein dem Guten und
dem Edlen zu widmen. Ihr könnt die Tränen des Kummers, welche in ihm stecken, in
Freudentränen verwandeln. Das tut man aber nicht, indem man wettet. Ich will
Euch dieses Wetten abgewinnen, und wenn Ihr es verliert, werdet Ihr in dieser
einen Wette mehr gewinnen, als Ihr in Eurem ganzen Leben gewonnen habt und noch
gewinnen könntet. Ihr habt Euch Euren Reichtum nicht erworben und kennt also die
bösen Geister nicht, die in ihm wohnen. Indem Ihr mit dem Reichtum spielt,
spielt Ihr mit diesen Geistern. Ich will Euer Spiel in heilig schönen Ernst
verkehren, damit diese bösen Geister sich für Euch in gute verwandeln! Sir John
Rafflei, Ihr steht vor einem ernsten Augenblicke. Wollt Ihr noch mit mir wetten
oder nicht? Ich will Euch erlauben, noch zurückzutreten!«
    Da sah er mir mit einem unbeschreiblichen Ausdrucke in das Gesicht, nickte
mir lächelnd zu und antwortete:
    »Ich halte Wort; ich wette mit; ich setze, was Ihr fordert. Aber was setzt
Ihr dagegen? Natürlich auch eine lieb gewordene Gewohnheit?«
    »Mehr als das. Ihr wisst, dass ich ebenso gern rauche, wie Ihr gern wettet;
das eine hat für Euch genau denselben Wert, wie das andere für mich; aber ich
gebe mehr: ich setze meine Gewohnheit, Bücher zu schreiben. Sie ist mehr als nur
eine Gewohnheit, sie ist mein Beruf, der mich ernährt. Verliere ich, so bin ich
ein armer Mann. Ich setze also mehr, viel mehr als Ihr, und das muss Euch
beweisen, wie sehr mir daran liegt, Euch für den wahren Wert des Geldes zu
gewinnen. Es kann und wird in Euren Händen dann zum Segen für Tausende werden.«
    »Mein Charley!« rief er
