 fühlten sich sofort als liebe Herzensfreunde, sobald es galt,
sich gegen mich zu wenden. Du kennst ja ihren allerletzten Zug, den sie, mich zu
verderben, unternahmen! Da waren alle schnell bereit, und keiner wollte fehlen!
Sogar die Weiber schlossen sich mit an! Und alles, was man sonst Bagage heißt,
das wurde mit den Ochsen und mit den Eseln hintendrein geschleppt, um an dem
leicht erhofften Siege teilzunehmen! Das ist so ganz, so recht die Weise dieser
Leute, die ich zwar nur als Massaban, als Unglückselige bezeichnen lasse, weil
ich auch noch im Feind den Menschen sehe, doch dürften auf sie wohl auch noch
ganz andre Namen passen, die weniger als dieser den Klang der milden Nachsicht
haben! - - - Es war kein leichtes Werk, ihr einstiges Gebiet von ihnen ganz zu
säubern. Sie gaben es ja nicht freiwillig auf. Wir hatten schwere Kämpfe zu
bestehen. Und als sie mit Gewalt nichts mehr erreichen konnten, da griffen sie
zur List. Ich bin nie den Gedanken los geworden, dass hier in den Ruinen noch
etwas steckt, wovon sie angezogen werden. Vielleicht so etwas Ähnliches wie
unten im Birs Nimrud, was dort von euch gefunden und an das Tageslicht gezogen
wurde. Wir haben noch nach langer Zeit die Spuren fremder Füße im alten Bau
gesehen, und noch bis in die Gegenwart kam es zuweilen vor, dass sich hier Leute
niederlassen wollten, die ich nach stiller Prüfung wieder gehen hieß. Es waren
auch Verwandte von einigen der Dschamikun dabei, die mir es, wie es scheint,
nicht ganz vergessen können, dass ich den fremden Anhang nicht geduldet habe. Und
das wird es wohl sein, was der Pedehr mit der Bemerkung meinte, dass auch bei uns
nicht lauter Licht vorhanden sei.«
    Als er dieses sein Geständnis ausgesprochen hatte, knüpfte ich schnell an
dasselbe an:
    »Was du jetzt gesagt hast, führt mich auf die Frage zurück: Was will der
Mirza eigentlich hier? Warum ist ihm grad diese Gegend so wichtig, dass er alle
seine sonstige Vorsicht vernachlässigt, nur um den früheren Einfluss wieder zu
gewinnen?«
    »Ich weiß es nicht. Kannst du es dir wohl denken? Vermuten kann ich auch,
doch klar zu sehen ist mir noch nicht möglich.«
    »Vergegenwärtige dir seine Reden! Er hat uns ja in Dreistigkeit sein bisher
stets verschwiegenes Programm entwickelt. Dass er, der Schlaue, heut zu dieser
Dummheit förmlich hingerissen wurde, das muss uns doch verraten, wieviel für ihn
hier auf dem Spiele steht! Ihm widerstrebt die geistige und sittliche Kultur. Wo
sie erblüht, hat er die Macht verloren. Er muss den Stumpfsinn pflegen, der weder
sieht noch hört
