 wird ihn,
wenn es möglich ist, hiernach behandeln. Was aber den Scheik ul Islam und seine
von Allah zur Alleinseligkeit berufene Partei betrifft, so waren wir geradezu
empört über das, was wir da lasen und erfuhren. Das klang Alles so mild und
freundlich, so leutselig und demütig, so tiefreligiös und gottgefällig, so edel
und erhaben, so hart und unerbittlich, so dünkelhaft und hochmütig, so
pfauenstolz und trutahneitel, so fanatisch und bigott, so ekelhaft feierlich
und weihevoll und darum so schändlich, gemein und niederträchtig, dass Dschafar
sich schließlich nicht länger beherrschen konnte: Er sprang auf, spuckte dreimal
aus und sagte:
    »Das ist schändlich, nichtswürdig und infam! Diese Schurken geberden sich,
als ob sie den Herrgott zu beschützen und seine ganze Menschheit zu behüten und
zu bewahren hätten. dabei aber retten sie nur immer sich, sich, sich und keinen
andern Menschen! Weil sie weder Geist noch Vernunft besitzen, glauben sie sich
von jedem vernünftigen Worte angegriffen und schlagen ihre missverstandenen
Kuransprüche Jedem an die Backen, der besser, tiefer und höher denkt als sie!
Wehe dem, der daran zweifelt, dass sie die Einzigen sind, die Allahs Licht
erleuchtet! Sie können sich leicht bescheiden stellen, denn sie sind geistig
dumm! Und sie können ebenso leicht erhaben und unfehlbar tun, weil sie leider
nicht die einzigen geistig Dummen sind! Und diese Menschen nehmen es dem
Schah-in-Schah übel, dass bei uns die Familie ein Heiligtum ist, vor dessen Tür
sie mit ihren salbungsvollen Schritten innehalten müssen! Der Hausherr soll
nicht mehr Herr des Hauses sein, sondern sie, sie, sie wollen es regieren!
Besonders aber haben alle Frauen durch das geheimnisdüstre und verschwiegene Bab
77 zu gehen, von welchem diese Babi ihren Namen herleiten! Oh, ich kenne diesen
Scheik ul Islam von Feraghan aus! Dieser Schwachkopf ist überzeugt, dass er zur
Belohnung von dort nach Chorremabad versetzt worden sei. Er ahnt nicht, dass sein
treues Luristan das Bab sein soll, aus dem man ihn mit einem gänzlich
unerwarteten Fußtritt werfen wird! Er ist so tölpelhaft, es sich selbst zu
öffnen, jetzt eben, jetzt, und wir sind es, wir, von denen er den Fußtritt zu
bekommen hat! Es werden noch viele, viele Andre mit ihm fliegen!«
    Nun setzte er sich wieder nieder, hatte sich aber seines Zornes noch nicht
ganz entledigt. Er fuhr fort:
    »Wie gut, dass ich durch dich, Effendi, diesen tiefen und klaren Einblick
gewinne! Es gehen also eigentlich zwei Empörungen gegen den Schah neben einander
her. Die eine leitet der Fürst der Schatten, die andere der Scheik ul Islam,
welcher aber nicht weiß, wer
