 gleichfalls keine reale Bedeutung - da die Welt noch
immer unendlich viele Male grandioser ist - als wir durch Worte - anzudeuten
vermögen. Und das muss man behalten - und darf es nie vergessen - dann wird man
nie wieder ein trauriges Gesicht machen, das in keinem Falle geistreich
aussieht.
    Ich: Ja - ich erkenne sehr gerne an, dass die Vergesslichkeit in dieser
Angelegenheit Orgien feiert. Ich glaube schon, dass hier der Kern aller
Sentimentalitäten steckt. Wir müssen viel öfter dran denken, dass unser ganzes
Leben wirklich nur ein plastisches Schattenspiel ist.
    Der Oberpriester Lapapi: Und darum müssen wir auch an der Grandiosität der
Welt niemals zweifeln; es darf uns nie wieder in den Sinn kommen, dass irgend
eine Sache nicht harmonisch in das Weltganze hineinpasst. Wir müssen ganz fest
davon überzeugt sein, dass die Welt, die sich in unendlich vielen
Anschauungsformen allen Lebewesen offenbart, so großartig ist, dass jeder Zweifel
an dieser Grossartigkeit von selbst verstummen muss. Es muss uns einfach wie etwas
Lächerliches vorkommen, wenn Jemand sagen möchte: dieses ganze Leben ist nicht
einen Dreier wert. So was kann nur ein Ungebildeter sagen - oder Einer, der
wieder mal die wichtigsten Erkenntnisse unsres Lebens »vergessen« hat.
    Ich: Ja - ich sehe ein, wir sollen zu allen Zeiten vor dem Weltganzen knieen
und anbeten.
    Der Oberpriester Lapapi: Das Knieen und Anbeten ist eine Gewohnheit
einfacher Lebewesen - wer weiter in der Erkenntnis gekommen ist, bildet sich
nicht mehr ein, dass er jemals dem Weltganzen näher sein könnte; er glaubt auch
nicht, dass das Weltganze ein Wohlgefallen an knieenden Betern haben könnte - das
wäre denn doch allzu plumper Antropomorphismus.
    Ich: Aber das Bewusstsein sollen wir haben, dass keine Auflehnung dem Ganzen
gegenüber erlaubt ist.
    General Abdmalik: Wir sollen uns bloß gegen die Traurigkeit auflehnen und
auch nie vergessen, dass es dem Weltganzen eigentlich sehr gleichgültig ist, ob
sich ungebildete Leute gegen das Weltganze auflehnen oder nicht. Wenn Jemand mal
auf die Welt schimpft, so macht er sich nur lächerlich. Und darum soll man den
Leuten, die nicht immer mutig sind, von Zeit zu Zeit einen derben Puff
versetzen. Es eignet sich übrigens auch die Soldateska des Erdballs sehr wohl
dazu, die Trauerklöpfe des Erdballs ein wenig durch Püffe aufzumuntern. Das soll
man auch nicht vergessen, obschon es nicht so leicht zu begreifen ist. Die
Soldateska hat eben ebenfalls ihre guten Seiten - wie Alles, was dazusein
scheint. Was der physische Schmerz im Leben des Einzelnen bedeutet, das bedeutet
der Krieg im Leben der Völker; Schmerzen und Krieg sind dazu da - zum Leben zu
reizen.
    Ich: Also: man schlägt sich gegenseitig tot, um den Beweis zu führen, dass
das
