 Lika schreibt ihre Erinnerungen unter ihrem orangefarbigen Sonnenschirm.
                                      XII
Feierlich türmen die Riesen einen edlen Baustein auf den andern, heften die
großen Diamanten ordentlich fest, messen und zeichnen und rechnen, bauen Palast
an Palast, dass alle Inseln im Riesenreich immer herrlicher glänzen und glitzern
- wie Kronen - wie ewige Kronen.
    Schiffe kommen und bringen neues Werkzeug, unzählige neue Stoffe, Silber und
Glas für die Kuppelbauten - Gold für die dicken Wetterfahnen.
    Die weiten Säulenhallen, die Terrassen mit ihren spiegelnden Fliesen, die
Treppen mit den offenen Pforten - fassen die hohen Inseln so ein - als wären's
Juwelen. Aus den Turmlaternen leuchtet's wie aus glücklichen Augen. Und alles
scheint weit aufgetan zu sein - frei - sonnendurstig!
    Die Lika sitzt in ihrer Schale - schaukelt im Meerwasser neben einem großen
siebeneckigen Turm, schreibt aber so emsig an ihren Erinnerungen, dass sie das
Schaukeln gar nicht bemerkt.
    Der Triton bringt ihr einen neuen Tintenstift und meint schmunzelnd:
    »Es ist nur gut, dass Du wie alle ächten Künstler von der Luft leben kannst,
sonst würdest Du vielleicht nicht ganz so glücklich sein.«
    »Doch!« sagt sie, »ganz so glücklich!«
    »Na! Na!« tönt's zurück.
    Möwen schweben vorbei - weiße.
    Das Meer ist blau.
    Der Himmel ist blau.
    Und die Lika schreibt.
    Der Triton plätschert im Wasser herum und spielt mit dicken Lachsen.
                                     Finis!
Hierüber sprachen wir Vieles.
    Die alten Ägypter setzten mit vielem Eifer ihre Kunstanschauungen
auseinander; es würde zu weit führen, hier auf diese näher einzugehen; es liegt
ja wohl auf der Hand, dass sich die Nilpferde auch die Entwicklungsfähigkeit der
irdischen Kunst in unendlichen Reihen dachten - und dem konnte ich nur
zustimmen. Ein unglaubliches Ereignis schnitt darauf mit einem Male das Gespräch
ab - - - ich sah - Millionen weißer Mäuse aus allen Ecken hervorkommen.
    Und die Zahl der weißen Mäuse vermehrte sich derart, dass die Wände, Säulen
und Terrassen, die alle tropfsteinartig gebildet waren, ganz weiß wie Schnee
wurden - was sich zwischen den unzähligen lautlosen Wasserfällen und
Springbrunnen höchst seltsam ausnahm. Lapapi klopfte mir auf die Schulter und
fragte mich:
    »Glaubst Du, dass Dein Wesen durch Deine äußere Erscheinung wesentlich
markiert ist?«
    Ich verneinte das lebhaft.
    »Glaubst Du,« fuhr er nun fort, »dass Du gleichzeitig noch was Andres sein
kannst - Etwas, von dem Du augenblicklich nichts weißt?«
    Ich bejahte das ebenso lebhaft, denn die Nilpferde, die zugleich alte
Ägypter waren, schienen mir allein schon Beweis genug zu sein.
    Lapapi sagte jedoch triumphierend:
    »Siehst Du? So weit wollten wir Dich haben! Wer weiß, was wir außer
