 - - für heute und jetzt. Reitet fort! Ihr mögt euch
wenden, wohin ihr wollt, es erwartet euch dort nicht dieses, sondern ein noch
ganz anderes Ende!«
    Während die beiden mit einander sprachen, waren auch die andern Perser zu
ihnen herangekommen. Sie hatten den letzten Teil der Rede des Pedehr gehört und
sahen nun den Mirza an, was er tun werde. Er bohrte die Innenspitzen seiner
Schuhbügel in die Flanken des Pferdes, dass dieses vor Schmerzen sich bäumte und
fast überschlug. Dann warf er die Hand verächtlich in die Luft und rief unter
grellem, weithin schmetterndem Lachen aus:
    »Ein noch ganz anderes Ende! Alter Narr! Es gibt ja gar kein Ende! Welch
ein Glück, wenn es so wäre, wie du sagst! Vielleicht aber hast du recht, denn
uns fehlt nichts weiter, als nur das Eine, die Allwissenheit! Versuchen wir es!
Ist es ein Phantom, oder ist es Wirklichkeit? Reiten wir ihm zu, dem von dir
angedrohten, von Anderen aber heiß ersehnten Ende!«
    »Dem Ende - dem Ende!« lachten die Andern ihm nach.
    Sie trieben ihre Pferde an und ritten, das Beit-y-Chodeh jetzt in einem
weiten Bogen vermeidend, die grüne Alm hinab und verschwanden bald hinter dem
Gebüsch der unten liegenden Gärten. Wir schauten ihnen nach, bis wir sie nicht
mehr sahen. Dann wendete sich der Pedehr mir zu, indem er fragte:
    »Sind dir schon einmal derartige Menschen begegnet, Effendi? Sollte man sie
nicht für etwas ganz Anderes halten?«
    »Es ist mir an ihnen vieles rätselhaft,« antwortete ich.
    »Kannst du mir sagen, was?«
    »Wohl kaum! Es gibt Empfindungen, für welche die Sprache keine Worte hat.
Es kommen uns Ahnungen, die wir uns nicht einmal in Gedanken deuten, noch viel
weniger aber in hörbare Laute kleiden können. Es war mir, als ob Ahriman Mirza
zwei verschiedene Leben besitze und zwei verschiedenen Reichen angehöre. Seine
hörbare Rede gehörte dem einen an, dem andern aber der Sinn, der in ihr lag, und
der Geist, der sie ihm diktierte. Ich habe viele, viele Menschen kennen gelernt,
so einen aber noch nicht! Es gab, während er sprach, gewisse Stellen, an denen
ich mir sagte, dass ich mich hüten müsse, an mir selbst irre zu werden. Er riss
mir Gedanken aus der Tiefe, von denen ich niemals eine Ahnung gehabt habe. Und
er wusste sie so zu leiten und zu gestalten, dass es mir schwer wurde, sie als
irrig zu erkennen. Wehe dem denkschwachen, vertrauensvollen Opfer, welches er
sich erwählt! Es muss ihm unbedingt verfallen
