 glaube nicht,
Dass dies das Letzte sei.
Dem Letzten folgt
Noch immer mancherlei.
Aus den Schluchten dringen Töne an sein Ohr, die er nicht versteht - sie
sprechen von Tod und Einsamkeit - von rasendem Rausch und festlichem
Zusammenbruch. Und die Töne stören den großen Kaidôh; er empfindet, dass er
bereits in seiner gewaltigen Stunde lebt - und er empfindet gleichzeitig
schmerzlich, dass dem Gewaltigen noch etwas fehlt - dass es noch nicht voll ist
- dass ers noch nicht vollendet nennen kann.
    Er hebt die Arme höher und höher.
    Es wird heller auf den Bergnasen und in den Schluchten, die den großen
Kaidôh wie Radspeichen anmuten.
    Und der fünfte Sternriese brüllt heftig:
Es gibt auch keine vollendeten Sachen;
Die Kugeln drehen sich zu viel,
Die Weisen müssen zu viel lachen.
Ein Ahnungsspiel entwickelt sich vor Kaidôhs Augen; er bildet sich ein, Geister
zu bemerken und diese Geister mit Sinnen wahrzunehmen, die er bislang nicht
gekannt und nicht besessen hat. Und er hat die Überzeugung, tiefer ins All
blicken zu können, und es durchzuckt ihn: er erkennt in der Tiefe des Alls einen
großen Riesen, der ganz allein da sitzt und sich nicht rührt. Und er hält
diesen einsamen Riesen für die große Ruhe, die da kommen soll in dem Reich, das
weder Licht noch Schatten kennt. Und er bildet sich trotz allem wiederum ein,
das Ganze verstanden zu haben.
    »Er ist allein und ruhig!« sagt Kaidôh.
    Aber der sechste Sternriese brüllt wie ein Donnerwetter:
Auch in jenem Jenseits,
Das wir hinter Licht und Schatten wissen,
Ist die große Welt kein Ruhekissen;
Das Unaufhörliche kann nie vollendet sein.
Durch Schlaf und Tod gehts nur zu neuer Lebenspein
- Aber auch zu neuer Lebenslust -
Kaidôh hebt die Arme ganz hoch, dass sich seine Hände hoch überem Kopfe beinahe
berühren.
    Er wartet auf einen Augenblick, der gewaltiger ist als alle andern.
    Die Sternriesen verblassen allmählich.
    Die Bergnasen kommen noch näher.
    Der siebente Sternriese spricht - mit abgewendeter Stimme:
Wo du auch hinüberfliehst,
Niemals kommst du an das letzte Ziel;
Preise jede Welt und auch die Sterne.
Alles, was du hier so siehst,
Ist ja nur ein feines Lichterspiel,
Eine große Wunderweltlaterne.
Und Kaidôh fühlt, während die Bergnasen immer näher und näher kommen - auf
seinen Fingerspitzen und auf seiner Kopfhaut einen scharfen Druck.
    Und er fühlt Boden unter seinen Füßen.
    Rauschende Lichtfülle bricht hernieder und macht die Bergnasen und die
Schluchten ganz hell - so hell, wie's tausend Sonnen kaum vermögen. Kaidôh ist
nicht geblendet: er sieht seine Welt in einem neuen Licht.
    Die Bergnasen sind keine Gletscher mehr, es sind bunte Fliesenterrassen mit
bunten Wasserfällen und bunten
