, welche nicht bloß Lehrer des Wortes, sondern Verkündiger und Täter
des Geistes im Worte, wirkliche Prediger der Liebe waren. Ihnen ist es gegeben,
das Lob des Herrn erklingen zu lassen in alle Ewigkeit! Ich sehe Gewaltige der
Erde, welche gütige Väter, weise Erzieher und freundliche Beglücker ihrer Völker
waren. Wahrlich, ich sage dir, im Jenseits werden sie über mehr gesetzt werden,
als sie diesseits beherrschten! Ich sehe den Millionär, welcher der
Barmherzigkeit sein Vermögen widmete, und den Bettler, der mit dem Strassenhunde
sein letztes Stück Brot teilte. Ich sehe die Gründer großer Armen- und
Waisenhäuser und den kleinen Knaben, welcher dem dürstenden Vöglein Wasser gab.
Ich sehe Fürstinnen und Prinzessinnen, welche, von der Glorie irdischer
Erhabenheit umgeben, aus ihrem hohen Kreise heraustraten, um herniederzusteigen
und als Huldspenderinnen der Liebe zu walten. Glaube mir, der Herr aller Himmel
wird ebenso herabsteigen wie sie und ihnen diese Güte tausendfältig lohnen! Ich
sehe edlen Frauen, welche sich nicht schämten, die Hütten der Armen, der
Kranken, der Witwen und Waisen zu besuchen und den Verachteten zu zeigen, dass
auch sie Brüder und Schwestern in der großen, die ganz Menschheit umfassenden
Familie des Allvaters seien. Du darfst überzeugt sein, dass sie nun dort an der
Wage für würdig befunden werden, zur Familie der Seligen zu gehören! Ich sehe
Seelen, deren bloße Anwesenheit die Wirkung hatte, als ob ein warmer, tröstender
und beruhigender Sonnenstrahl mit ihnen hereingekommen sei. Es ist ein
Himmelsglück, dass es solche Menschen gibt; sie werden im Jenseits noch viel
heller strahlen als während ihrer diesseitigen Pilgerzeit! Ich sehe Richter,
welche selbst in dem ärgsten Verbrecher noch den Menschen suchten, um so mild
wie möglich sein zu dürfen, Betrogene, Bestohlene, Beleidigte, welche nicht nur
vergeben, sondern sogar vergessen konnten. Gott wird auch ihnen ein milder
Richter sein und ganz so vergeben und vergessen, wie sie es taten! Ich sehe
unter dieser Schar auch Künstler, deren Streben es war, in ihren Werken die
wahre Natur, die Übermacht des Guten und Schönen über das Böse und Hässliche,
als die Offenbarung Gottes im Menschen, des Himmlischen im Irdischen
nachzuweisen. Sie wühlten nicht wie andere mit Wollust im Schmutze; sie machten
nicht unter dem irrigen Vorgeben, wahr sein zu müssen die Roheit und das Laster
zur Staffel ihres Ruhmes, denn sie wussten, dass die Sünde nicht die Wahrheit,
sondern ihre abstossende Verneinung ist. Die Kunst ist nur dann wirkliche Kunst,
wenn sie nach dem Edlen auch auf edlem Wege strebt. Wer da glaubt, er könne dem
Hohen durch die Darstellung des Niedrigen dienen, der versteht die Aufgabe
nicht, die ihm von Gott, dem Urquell des
