 an der Natur. Sie sollten uns überlegen sein. Sie sollten uns
liebevoll entgegenkommen, damit wir froh würden. Aber ist das alles wahr?
Bereitet uns die Schule für den Beruf vor? Wenn wir sie verlassen, wissen wir
vielleicht, was wir werden sollen, aber nicht, was wir sind. Die Schule
speichert Kenntnisse in uns auf, die tot bleiben. Wir werden in unserer Seele
nicht harmonisch. Die Natur bleibt uns tot wie das Leben. Niemals werden wir
ihre Sprache verstehen. Daran seid ihr schuld und ich muss euch anklagen. Warum
kümmern sich die Lehrer nicht um die Seele der Schüler, sondern bloß um das, was
sie gelernt haben? Warum bleiben wir die Stopfgänse, die ihr ausschimpft, wenn
sie nicht beständig fressen wollen? Warum fürchtet man den Lehrer oder verachtet
ihn, statt ihn zu lieben? Ihr seid die Feinde der Schüler, darum spionieren sie
nach euren Schwächen; ihr sitzt auf dem Pult und seid wie ein Buch, statt wie
ein Mensch. Was ihr sagt, ist euch leblos geworden, wes es euch langweilt. Warum
seid ihr so hochmütig? seht auf uns herunter von einem Turm, so dass wir ganz
klein sind? zu hochmütig sogar, um uns über das Wichtigste des Lebens
aufzuklären? Warum eröffnet ihr uns nicht dass Geheimnis der Geburt? Warum tut
das die Schule nicht, trotzdem sich so oft Gelegenheit bietet? Wie viel reiner
bliebe dann die Phantasie der Knaben. Jetzt machen sie ellen Schmutz daraus und
kichern, blinzeln, erröten bei jedem Gedicht eines Dichters, durchsuchen sogar
die Bibel nach jenen Stellen, haben immerfort schmierige Heimlichkeiten. Ist das
nicht schrecklich? Sie haben deshalb keine Ehrfurcht; vor keinem Menschen und
keinem Ding und die ganze Welt ist ihnen etwas Klebrig-Unanständiges. Sie
treiben Dinge, an die man nicht denken darf, ohne verrückt zu werden. Warum
bemerken das die Lehrer nicht? Warum verhindern es die Lehrer nicht? Warum?
Warum sitzt ihr auf eurem Pult und seid durch eine Mauer von uns getrennt?
Niemals können eure Schüler glückliche Menschen werden, und daran seid ihr
schuld mit eurem kalten, eisigen Herzen. Jeder, der ins Leben tritt, muss erst
euch und eure Schule und eure Lieblosigkeit vergessen; vielleicht kann er dann
Festigkeit erlangen. Aber glücklich wird er nie. Was ich geschrieben habe, musste
ich schreiben und jetzt ist um leicht. Eine unwiderstehliche Stimme im Innern
hat mir befohlen.
    Bojesens Lippen zitterten und seine Arme; sein Leib zitterte. Es war etwas
aufgewühlt in ihm, dessen er sich schämte: der Neid um diesen großen und
ahnungslosen Wahrheitsmut. Er war so tief erschüttert, dass er den Raum, in dem
er sich befand, nur wie durch
