, mit roten Ziegeln
gepflasterten Platze, von dem aus man den breiten, im Mondlicht glitzernden
Strom wohl überschauen kann. Und dort sitzen auch die sieben Gäste ...
    Die Gesellschaft bildet einen wohl abgezirkelten Kreis. Man isst mekkanische
Hühner, indische Schnecken, Antilopenschinken und Bagdader Marzipan und trinkt
wieder den köstlichen Wein aus Bassora dazu.
    Und man gedenkt der Abende bei Said ibn Selm, wird ein bisschen wehmütig,
bleibt aber trotzdem guter Dinge.
    Dass Al Battany, der all die ess- und trinkbaren Herrlichkeiten hersandte,
selber nicht mitmacht und daheim bei seinen Indern blieb, vermag die Stimmung
nicht zu verschlechtern.
    Die Abwesenheit des alten Suleiman, der sich in so auffälliger Weise ganz
von den lauteren Brüdern zurückzog, wird schon, eher mit schmerzlichem Gefühl
empfunden.
    Der Wein macht natürlich die Gesellschaft sehr lebhaft - Alle reden und
erzählen und haben sich so Vieles zu sagen ...
    Nur Safur bleibt schweigsam - er trinkt auch nicht.
    Und da kommt denn der Augenblick, in dem Osman nach Safurs Gedicht fragt.
    Drauf erst tiefes Schweigen in der Runde.
    Als Safur ruhig sagt, dass er augenblicklich noch nichts geschrieben habe, in
einigen Wochen aber »vielleicht« anfangen könne - da wirds so still, dass man
sogar die Adler oben in den Palmen leise pfeifen hören kann.
    Die hiernach folgenden Auseinandersetzungen sind nicht grade sehr
erquicklich.
    Kodama sagt höchst ärgerlich:
    »Da hört sich doch alles auf!«
    Abu Maschar und Jakuby schütteln bedenklich den Kopf.
    Osman ist empört und recht grob, erklärt die Unfruchtbarkeit eines begabten
Dichters für das größte Übel der Welt.
    Abu Hischam redet sehr altklug mit, salbungsvoll bemerkt er:
    »Nichts ist so gefährlich wie die Nichtstuerei - sie allein hemmt die
Entwicklung der Menschheit. Durch Nichtstun kommen wir nicht weiter, das prägte
mir bereits meine liebe Großmutter in frühester Jugend ein. Die Faulheit ist ein
Laster. Nur das unermüdliche Weiterstreben kann der menschlichen Gesellschaft
förderlich und nützlich sein. Meine Freunde, ich erinnere Euch an die
Gesellschaft der lauteren Brüder, der wir doch Alle angehören - wäre die
Gesellschaft, die nun bald vier Jahre besteht, wirklich imstande gewesen, in die
Entwicklung der großen Gesellschaft, die wir die Menschheit nennen, mit Erfolg
tatkräftig eingreifen zu können - wenn wir nichts getan hätten? - Nie und
nimmer, meine Freunde. Die Nichtstuerei ist daher ein schändliches
nichtswürdiges Laster, das wir mit allen Kräften, die uns zu Gebote stehen,
bekämpfen und unterdrücken müssen.«
    Schallendes Gelächter belohnt diese köstliche Rede.
    Und Osman ruft ärgerlich:
    »Na, Du sei doch man still!«
    Und Abu Hischam ist es - er trinkt - trinkt lange.
    Safur jedoch, der sich das Lachen augenscheinlich abgewöhnt hat - denn
