.«
    »Nun, und dann?«
    »Ja, dann können wir uns heiraten ... Aber das sag ich Ihnen, wenn Sie mir
kommen und sagen, was man über mich gesagt hat, dann krieg' ich Sie am Cravatl.«
    »Oho! Versuch das doch mal.«
    »Ach Du!« Sie sah ihn schelmisch an. »Du wirst ohnehin der rechte
Pantoffelheld. - Ja, machen's nur noch so große Augen! Ich weiß das.«
    »Man sieht, wie wenig Du mich kennst,« sagte er gemessen. »Versuch's doch
mal, mich am Kragen zu fassen, he? Nein, zanken werd ich nicht mit Dir; aber
machst Du mir Geschichten, so schiess ich Dich einfach tot und mich nachher ...
Überhaupt - was ich mir hier sagen lassen muss! Hätte mir eine Andre den
hundertsten Teil davon gesagt! Und wenn Du wüsstest, wie verwöhnt ich bin!« Er
fühlte wieder das Bedürfnis, sich vor ihr ein mystisches Air zu geben.
    »Ja, Du musst sehr verwöhnt sein!« lächelte sie, »denn Du hast etwas an Dir,
als ob Du auf den Köpfen der Menschen spazieren gingest.«
    »Ach, Du begreifst ja noch gar nicht, wer ich bin,« blähte er sich auf.
    »Nun, was bist denn?« koste sie. »Sag mir's doch!«
    Unwillkürlich fiel ihm die Sage von Merlin ein, dem die Nixe das eine
bannende Wort ablocken will. »O ich meine nur so im Allgemeinen,« brummte er
halblaut.
    »Nun muss ich aber arbeiten. Du weißt nicht, wieviel ich zu tun hab'«, sagte
sie rasch. »Jetzt lass mich allein.«
    »Gut denn, ich geh schon. Wann sehen wir uns also wieder, bevor Du
fortgehst?«
    »Am nächsten Montag um fünf Uhr. Und nun sag noch meiner Wirtin Adieu.« Er
tat es. »Ach sieh, ich bin größer wie Du,« lachte sie, indem sie an der
Türschwelle sich auf ihren hohen Stiefel-Hacken erhob, welche alle weiblichen
Wesen der unteren Schichten für das untrüglichste Zeichen ladyliker Eleganz
halten.
    »Noch was, Du mit Deinem Koturn!« Kindisch wie sie (wie er denn
unwillkürlich von diesem wundersamen neuen Umgangskreis in seiner ganzen
Lebensauffassung angesteckt wurde), maß er mit der Hand die Höhenfläche ab,
indem seine Augenbrauenhöhe mit ihrer Stirnhöhe auf gleicher Linie lag.
    »Schad't nichts. Wenn das Alles wahr ist, was für ein großer Künstlehr« (sie
sprach das Wort mit altberlinischem Accent) »Du bist, so hätt
