 auch:
Er ist so süß gewaltsam, greift so unverzagt
Mit Fäusten zu und wirbt nicht lange, stürmt sogleich;
Vielleicht darf ich im Hades seinem Lager nahn,
Abschmeichelnd als Proserpina ihm manche Gunst.
Neptun, der sehnige Seemann, er gefällt mir sehr
Mit seiner Muskeln strotzend rauer Überkraft,
Ich denk' ihn mir ein wenig grob, er schimpft und schlägt,
Ist sonst gemütlich, kurz ein Muster-Ehebär.
Doch ganz besonders, Mars, verehr' ich Deinen Reiz,
Starkschenkliger Anbeter der Kytera Du!
Wie oft genoss ich dieser Episode Kunst
Im langweiligen Epos, das Homer geschmiert,
Wo euch Vulkan in traulichster Zusammenkunft
Verkettete! Wie lüstern das geschildert ist! - -
Nun, wenn Du so der Venus huldigst, holder Gott,
Ist nicht mein Mund gleich schwellend und gleich weich mein Schoss
Gleich üppig nicht mein Busen wie der ihrige,
Wenn meiner Wang' gesunde Röte auch verblüht
Im Fieberrot und schwülen Blass der Leidenschaft? -
Man sagt, das Roma's Stamm erzeugt, weil Du bezwangst
Im Tiberhain die Rhea Silva, deren Kind
Nachher die Wölfin säugen musste. Nahtest Du
Auch mir doch überraschend ungeladen so!
Denn hier der Park Lukulls hat manche Rasenbank,
Weich-warm und dunkle Lauben voll Verschwiegenheit:
Besuche mich, ich lade Dich als Gast zu mir.
Und brauchst Du eine Wölfin, dien' ich selbst dafür:
Der Wölfin Brunst verglich man mit der meinen oft!
Doch leider ist dies Alles Fabel und Phantom -
Nicht Götter sind noch Dauer nach dem Tode, nein!
Und dennoch möcht' ich's glauben, täuschend die Vernunft,
Denn Nichtsein scheint mir doch das Allerschrecklichste.
O wär' doch Seelenwandrung uns bescheert!
Macht mich zur Wildsau oder Natter, tückisch geil,
Zur Tigerkatze, wühlend in dem Eingeweid
Der Unschuld mit der Kralle, die sie sonst verbirgt
In Samt-Pfötchen, dürstend nach der Opfer Blut!
Nur, nur nicht Nichtsein! Dies allein ist fürchterlich!
Macht zum verworfensten Geschöpf, zum niedrigsten,
Zum wehrlos unterm Tritt gekrümmten Wurme mich!
Nur lasst mir das Gefühl des Seins im Sonnenlicht,
Des Atmens, sich Bewegens, Schlafens, lasst mir noch
Des süßen Nichtstuns Wonne, den Ernährungstrieb,
Des Fressens Notdurft und der Zeugung süße Qual,
Lasst kriechen, brüten, paaren, wühlen mich im Staub! -
Ja, selbst des Hades Marterstrafen zög' ich vor
Dem ewigen Schlaf: Der Schmerzen Wollust lernt' ich dann.
Der Probe wert auch dies für Unersättliche.
                                      VII.
Wer kommt? Wer seid Ihr? Ein Tribun - und Du erscheinst
Ein Freigelassner? Evodus, so nennst Du Dich?
Nun denn, was willst Du? (Jung und hübsch ist dieser Knecht,
Vielleicht
