 ein Held steckt
....
    In wildem Grimm, seiner eigenen Ohnmacht bewusst, schleuderte er »Gebete
eines Puritaners« aufs Papier:
In meiner Seele haust der Tod.
Jehovah, will dein streng Gebot,
Dass ich soll untergehen?
Der Feinde Schaar ist übergross
Und ich bin arm und schwach und bloß.
Wie soll ich da bestehen?
In meiner Seele haust der Tod.
Ringsum die feige Meute droht.
Und du hast mich verlassen?
Ich schreie nach Gerechtigkeit.
So strafe der Philister Neid,
Die deinen Diener hassen!
Du bist es, der mich kämpfen heißt.
In deine Hände, heiliger Geist,
Befehl' ich meine Sache.
Die Dummheit und die Schurkerei
Erbebt vor meinem Todesschrei.
Donnre, du Gott der Rache!
Schlag mich ans Kreuz, verfluchte Rotte!
Begeifere, was die Größe tat!
Doch glaubt dem unbekannten Gotte:
Euch allen die Vernichtung naht.
Ich werde schreckbar mich erheben
Und Euch zermalmen Stück für Stück,
Dass in erbleichendem Erbeben
Ihr schaudert in Euch selbst zurück.
Du über den Dingen schwebende Gotteskraft,
Aus irdischem Wehe schrei' ich empor zu Dir,
Der in ewig sonniger Klarheit
Tront und richtet!
Lockre des Lebens Bürde auf meinen Schultern,
Nimm die drückende Last von meiner Stirne
Der uralten ewig neuen
Martergedanken!
Nicht erhören sollst Du des Sünders Flehn,
Wenn ich die Sünde, die nimmer vergeben wird,
Wider den heiligen Geist die Sünde
Je ich verbrochen!
Wenn meines Hohns versengender Racheblitz,
Wenn meines Zornes Donner geschleudert je,
Ohne vollgerechte Vergeltung
Der Unbill zu üben!
Wenn dies Gezücht, das schmutzig erbärmliche,
Das mich umkreucht wie zischende Schlangenbrut,
Je gerecht an mir gehandelt
In prahlender Dummheit!
Wenn diese Welt in Waffen, die mich umtobt,
Wenn dieser falschen Freundlinge Selbstigkeit,
Wenn all die neidgeblähten Männlein
Nicht strotzen von Ohnmacht!
Wenn nicht gefrevelt diese verderbte Zeit
An Deinem Erwählten, heiliger strenger Gott,
Wenn nicht moschustriefende Zwerge
Den Riesen geblendet!
Jehova, räche mich! Schenk mir die alte Kraft,
Dass der Philister gleissendes Götzenhaus
Ich zerbreche, auf dass meine Seele,
Stirbt mit den Heiden!
Ja, Du erhörst mich, ja, Du erfüllst mein Flehn.
Ich allein gegen sie alle, Ich!
Denn Ein Gott nur lebt im Himmel.
Zittert, ihr Götzen!
    Unbeschreiblicher Geisterduft spann sich um ihn her, lehrte ihn die lautlose
Sprache einer anderen Welt. Sein Dasein gestaltete sich ihm zur bloßen
Pantomime, welche das Wesen und das Wesenlose verquickte und in welcher die
eigne Existenz zu einem Schattenspiel der Laterna Magica des Unendlichen ward.
    Und doch untergrub diese Weltentrückteit noch mehr sein Nervensystem. Oft
hält man für Charakterschwäche, was Nervenschwäche sein mag. Der Magenkranke isst
am liebsten das Unverdaulichste, der Nervöse
