 überem Leichenknochenrest
Die letzte Garbe noch prasselt,
Da wirbeln Fähnlein durch die Luft,
Mailänder Harnisch rasselt.
Der Herold tutet, der Marschall naht.
Den hat der Kaiser gesendet,
Auf dass von den Kämmerlingen des Reichs.
Er das grässliche Unheil wendet.
Soll er die biederen Ratsherrn nun
An ihrem Wanste spiessen?
Der Ritter strich verlegen den Bart,
Die Sach' tät ihm verdrießen.
Den Reisigen brummte er traulich zu,
Die Denkerstirn beschaulich
Auf seines Flambergs Knauf gestützt:
»Die Aventür wird graulich!«
                         Klebers Ermordung in Ägypten.
Dem Wunderkranze gleich in Ceilons Hain,
Kreuzt Schwert mit Schwert sich hoch im Dämmerschein.
Die Morgensonne lebenswarm umloht
Des Helden Schläfe, aber der ist tot.
Gleich denen, die der Zauberbann umflicht
Von Ischmonie, so starr und leblos schauen
Die Mörder, wie aus Marmor zugehauen.
Zu streuen scheint der Fackel rotes Licht
Auch Wundenmale auf ihr Angesicht.
Wer war es, der mit schnöder Hand zerriss
Dem Sieger hier von Heliopolis
Den Lebensfaden? Dieser Botschaft harrte
Schon lange in Paris Herr Bonaparte.
Das nennt sich Kampf ums Dasein! Wenn der Dolch
Den Helden traf, zum Drachen wächst der Molch.
                     Kaesar Borgia ermordet seinen Bruder.
Des Mondes Strahl sich mischt dem ersten Morgenglimmern.
In seinem Silberlicht wie eisgepanzert flimmern
Die Felsen. Sickernd rauscht hier durch den Felsentrichter
Das Wasser, wirbelnd sich im Kreis, ein Selbstvernichter.
Doch wie gereinigt und geklärt vom Felsensieb,
In welchem Schaum und Tang unlauter hängen blieb,
Die Flut dann klar und rein zum Tiber niederlief.
Sie zimmert sich ein Bett im Passe hohl und tief.
Hier würde jedes Boot, wo so vernichtungstoll
Der Schaum in wildem Satz zum Abgrund niederschwoll,
Wie vom Gebiss und Schlund des Nilpferds jäh zermalmt.
Dort zog im Mondenschein, vom Wasserstaub umqualmt,
Ein Reiter, schwarz vermummt, sein Haupt gesenkt, verdeckt.
Und vorn am Sattel hing ein Mantel, drin versteckt
Ein Etwas, das er schnell nun in den Strudel warf,
Auflesend Steine noch am Strand und zielend scharf
Nach jener Bürde, die noch manchmal aus dem Fluss
Auftauchte - - jetzt der Leib wohl meerwärts rollen muss.
Doch glaubt nicht, dass ich die Borgias verdamme!
In den Retorten, wo ihr Höllengift gebraut,
Hat sichtbarlich geglüht der Weltenseele Flamme.
Wer Darwins Lehre je mit festem Blick durchschaut,
Der ehrt im Geier, der herabstösst auf die Beute,
In dem unschuldigen Reh wie in der rohen Meute
Denselben Kampfinstinkt rastloser Lebenstriebe.
Gleichwert sind durchaus dem Menschen Hass und Liebe.
Zwischen zwei Polen liegt die wahre Weltbetrachtung:
Willensverneinung und entschlossene Weltverachtung,
Leben in der Idee, - oder die ungezähmte
Willensentfesselung, die brünstig nie beschämte
Weltlustanbetung. Ach, den Durst sie nimmer stillt,
Wie nur mit
