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Scheint nun sehr ernstaft, wahr und klar.
»Ich will!« ist leicht zu sagen,
Doch Tun und Können schwer.
Der Knabe will sich wagen
Sofort ins eisige Meer.
Doch fröstelt er am Strande
Und zögert ohne Mut
Und ist erst spät im Stande,
Zu springen in die Flut.
Statt gleich hineinzuspringen,
Erkältet er sich erst.
Ja, Wollen und Vollbringen
Zugleich, das ist das Schwerst'!
Die Tat wär' schon halb fertig.
Doch ob die Zeit auch passt,
Stehn immer wir gewärtig,
Bis uns der Frost erfasst.
Wir fühlen in manchem Vergnügungslokal
Der Langeweile verzehrende Qual.
Wir gähnen, wir stöhnen, wir sehnen uns fort
Und bleiben doch ewig am selben Ort.
Leicht wäre ja geöffnet das Tor
Und die Stille der Nacht harrt unsrer davor.
Doch weil man bezahlt das Eintrittsgeld,
Pflichtschuldigst duldet man weiter als Held.
Der Posse des Lebens seid Ihr matt
Und klatscht nicht mehr, seid müd und matt?
Was bleibt Ihr? Seid Ihr denn hergebannt?
Ist denn für immer die Tür verrannt?
Was stosst Ihr des Todes Tür nicht ein?
Sucht Ruh und Frieden im kühlen Schrein?
»Ja, weil wir bezahlt die Eintrittsgebühr,
So wollen wir etwas haben dafür.
Nach so viel Kummer und so viel Pein
Muss etwas Freude in Aussicht sein.
So wollen wir, ob wir auch stöhnen und schwitzen,
Doch den Spektakel zu Ende absitzen!«
Zwei böse Züge hab' ich beachtet,
Wenn ich der Menschen Wesen betrachtet.
Der Kabmann, der recht langsam trottet,
Peitscht, wo sich die Menge zusammenrottet,
Die Pferde, dass sie wie Wetter schnaufen,
Damit er die Andern zwinge zu laufen!
Liest Jemand laut Dein neues Gedicht,
Der Arme sich fast die Zunge zerbricht.
Bald kann er dies, bald das nicht lesen,
Als wäre die Schrift chaldäisch gewesen.
Und Alles dies ganz unbewusst.
Doch des Einen Müh ist des Andern Lust.
Der Mensch ist ein geborner Sclav
Und trägt im eignen Ich die Fessel.
Wenn ihn kein Königsscepter traf,
So dient er flugs dem - Suppenkessel.
Der Tugendhafte nur ist stark
Und nur der Starke hasst Tyrannen.
Das Laster saugt am Lebensmark
Und kann den Tapfersten entmannen.
Die Tat wird lang vorher vorausgeplant
Und jeder Pfad zu diesem Zweck gebahnt.
Trotz alledem sie nur bestimmen muss
Der eine augenblickliche Entschluss.
Lang klebt die Hand am Hahn - da fällt der Schuss!
So ist der Weiseste, wer langen Rat
Verschmäht, von jeder Welle rasch bestimmt,
Wer mit dem Strome jeder Stimmung schwimmt.
Und wahre Weisheit ist allein die Tat.
Um der Sansara Kleinigkeiten
Sich kümmern ziemt dem Denker nie.
Doch lässest Du Dich so verleiten,
So lern'
