« fügte Gottlieb mit glänzenden Augen hinzu. »Robert,
was würdest du tun, wenn dir ein tüchtiger Gewinn in den Schoss fiele?«
    »Dann baue ich dir in Pinneberg das abgebrannte Haus deiner Eltern wieder
auf,« rief der junge Matrose. »Alles soll so schön werden wie früher, und du
müsstest glauben, dass die ganze Zwischenzeit ein böser Traum gewesen sei.«
    Gottlieb drückte stumm die Hand seines Freundes. »Und du, Mongo?« fragte er
nach einer längeren Pause, »was tätest du?«
    Der Neger schüttelte den Kopf. »Ich habe einen Sohn«, sagte er, »und wenn
die Summe nur klein wäre, so müsste sie für ihn sein, - fände ich jedoch Schätze,
dann sollten sie meinen armen Unglücksbrüdern zugute kommen, dann würde ich in
Afrika Schulen errichten und das Volk frei machen. Dahomei müsste ein zweites
Liberia werden.«
    Gottlieb legte die Hand über die Augen und blieb lange stumm. »Lasst's gut
sein«, brachte er endlich hervor. »Wenn uns Gott nur so viel schenkt, dass wir
unser täglich Brot haben und ein paar Taler zurücklegen können.«
    Und der Eisenbahnzug donnerte über Berg und Tal. Die Herbstluft wehte
spielend gelbe Blätter in den Wagen, und die Herzen der Reisenden schlugen
schneller mit jeder Station, die hinter ihnen zurückblieb.
    Nur ein Gedanke erfüllte alle: »Gold!«
 
                                  In den Minen
Eine Minenstadt in den Golddistrikten von Kalifornien ist etwas so ganz anderes,
als sonst ein Ort oder überhaupt ein Wohnsitz zivilisierter Menschen, dass für
das Verständnis des folgenden erst einige Erklärungen notwendig sind.
    Nicht um zu bleiben und für ihre Familien eine Heimat zu gründen, kommen die
Menschen hierher, nicht um den Boden urbar zu machen und zu bebauen, arbeiten
sie, sondern nur um der Erde ihre Schätze zu entreißen und auf der Suche nach
neuem Gewinn immer weiterzuziehen. Man wagt und hofft, anstatt zu wissen, man
wandert, anstatt zu wohnen, man setzt alles auf eine Karte und spart seine
Kräfte nicht, um sein Glück zu finden.
    Nach diesem Grundsatz gestaltet sich hier das äußere Leben. Ein paar Bretter
werden notdürftig zu einem Haus zusammengeschlagen, das unentbehrliche Gerät aus
Blech und Eisen hineingebracht, ein Bett aus Wolldecken auf dem Fußboden
hergerichtet und zum Selbstschutz gegen Diebe die erforderlichen Massnahmen
getroffen, - dann ist das Heim des Goldsuchers fertig. Seine Familie hat er
meist in der nächstgelegenen Stadt zurückgelassen, seine Gesundheit darf er
nicht schonen, sein Leben muss er stündlich aufs Spiel setzen, aber - wenn ihm
das Glück günstig ist, so kann er nach kurzer Zeit in die zivilisierte Welt
zurückkehren und als gemachter Mann künftig sein Leben genießen.
    Das Ziel
