, fort,
»diese Goten, diese Byzantiner - ich hasse sie wie du - die einen durch die
andern erschöpft, aufgerieben, und über den Trümmern ihrer Macht erhebt sich
Italien, Rom in alter Herrlichkeit! Auf dem kapitolinischen Hügel tront wieder
der Herrscher über Morgen- und Abendland: eine neue römische Welterrschaft,
stolzer, als sie dein cäsarischer Namensvetter geträumt, verbreitet Zucht, Segen
und Frucht über die Erde ...« -
    »Und der Herrscher dieses Weltreichs heißt Cetegus Cäsarius!«
    »Ja - und nach ihm: Julius Montanus! Auf, Julius, du bist kein Mann, wenn
dich dies Ziel nicht lockt!«
    Julius sprach bewundernd: »Mir schwindelt! Das Ziel ist sternenhoch: aber
deine Wege, sie sind nicht gerade. Ja, wären sie gerade, bei Gott, ich teilte
deinen Gang.
    Ja, rufe die römische Jugend zu den Waffen, herrsche beiden Barbarenheeren
zu: Räumt das heilige Latium!, führe einen offenen Krieg gegen die Barbaren und
gegen die Tyrannen: und an deiner Seite will ich stehen und fallen!« - »Du weißt
recht gut, dass dieser Weg unmöglich ist.« - »Und deshalb - ist's dein Ziel!« -
»Tor, erkennst du nicht, dass es gewöhnlich ist, aus gutem Stoff ein Gebilde
fertigen, dass es aber göttlich ist, aus dem Nichts, nur mit eigener
schöpferischer Kraft, eine neue Welt schaffen.« - »Göttlich? durch List und
Lüge? Nein.« - »Julius,« - »Lass mich offen sprechen, deshalb bin ich gekommen.
    O könnt' ich dich zurückrufen von dem dämonischen Pfade, der dich sicher in
Nacht und Verderben führt. Du weißt, - wie ich dein Bild verehre und liebe. Es
will mir nicht stimmen zu dieser Verehrung, was Griechen, Goten, Römer von dir
flüstern.«
    »Was flüstern sie?« fragte Cetegus stolz.
    »Ich mag's nicht denken: aber alles, was in diesen Zeiten Furchtbares
geschehen: Atalarichs, Kamillas, Amalaswintens Untergang, der Byzantiner
Landung, du wirst dabei genannt, wie der Dämon, der alles Böse schafft. Sage
mir, schlicht und treu, dass du frei bist von dunkeln -«
    »Knabe!« fuhr Cetegus auf, »willst du mir zur Beichte sitzen und zu
Gericht? Lerne erst das Ziel begreifen, eh' du die Mittel schiltst.
    Meinst du, man baut die Weltgeschichte aus Rosen und Lilien? Wer das Große
will, muss das Große tun, nennen's die Kleinen gut oder schlecht.« - »Nein und
dreimal nein! ruft dir mein ganzes Herz entgegen. Fluch dem Ziel, zu
