 Helden unter meinen Deutschen allein im
Gelobten Land gesehen - obgleich er nicht der Mann war, mit den Kindern
Mohammeds zu handeln. Sieh hinauf, Hermann«, er wies nach dem dunklen Himmel, an
welchem einzelne Sterne sichtbar wurden, »dort wandeln unter den andern
Gestirnen die großen Wahrsager unseres Schicksals ihre geheimnisvollen Bahnen,
dort glänzt der Stern meines Geschlechtes, Almustari, den die Römer Jupiter
nennen. Lautlos ziehen sie, und doch enthüllen sie dem Kundigen, dass in wenig
mehr als sieben Monden der heiße Wunsch meines Lebens erfüllt wird, der König
über Gläubige und Ungläubige wird geboren, die Herrlichkeit eines neuen Reiches
wird heraufsteigen aus dem Meere, und in neuem Glauben werden die Stämme mit
schwarzen und blauen Augen einträchtig beieinander wohnen.«
    »Zürnt mir nicht, mein kaiserlicher Herr«, entgegnete der Meister traurig,
»wenn ich Euch nicht folge zu den Luftbahnen, welche die Sterne wandeln. Ein
deutscher Ordensmann bin ich, und mein Amt ist, nicht an mich zu denken, sondern
an das Wohl meiner Bruderschaft. Für diese aber sind Eure Majestät und Papst
Gregor die beiden Leitsterne, welche unser Schicksal da bestimmen, wo unsere
eigene Kraft nicht reicht. Und deshalb gestattet mir noch einmal, Euch zu
mahnen. Sieben Monate sind von Euren Wahrsagern als Frist gegeben für die Fahrt,
in heißen Landen für uns die beste Jahreszeit, nach dieser Zeit mögt Ihr
zurückkehren und Euch des Glückes freuen, das Ihr so sicher erhofft.«
    »Doch wenn ich nimmer zurückkehre?« fragte Friedrich mit finsterem Blick.
»Du weißt, Hermann, nicht jedem meines erlauchten Stammes glückte, aus dem
Gelobten Lande den Rückweg zu finden. Und wenn ich heimkomme, wähnst du, dass ich
die Kaiserin und die Hoffnung, die mich jetzt froh macht, ungeschädigt
wiederfinde?«
    »Man sagt, dass des Kaisers Frauengemach einer zugemauerten Burg gleicht, so
unzugänglich wie der Harem des Kalifen, und dass die fremden Wächter den
Zudringlichen mit scharfer Waffe begrüßen.«
    »Die Feinde, welche wir beide kennen, dringen durch jede Tür, sie geben
Siechtum mit der Hostie und raunen Tödliches in das Ohr der Betenden. Hermann,
ich darf mein Weib in dieser Zeit nicht verlassen.«
    »Wenn aller Welt verborgen bleibt, was Euch bis zu nächstem Frühjahr bei
Eurem Gemahl festhält, einen gibt es, dem dies Geheimnis dennoch zugetragen
wird, und dieser eine ist der Heilige Vater. Den Erben begehrt Ihr dem Volke zu
zeigen, bevor Ihr ihm das Gelobte Land gewinnt, Eure Gegner in Rom aber drängen,
dass Ihr das Land erwerbet, nicht für Euer Geschlecht, sondern für einen
Oberherrn, den Heiligen Vater selbst. Keinen Grund des Zögerns weiß ich, der den
Zorn
