 durch Marschall Turenne verhaftet, und ich bin ein
Deutscher.«
    »Das bin ich zuletzt auch«, sagte der Feldherr, »leider ist diese Qualität
kein Passeport zu einem glücklichen Leben.« Und mit gehobener Stimme fragte er:
»Warum seid Ihr nicht zum Feldmarschall Wrangel gestoßen, der sich doch, wie ich
höre, mehrfach durch Unterhändler um Euch bemüht hat?«
    »Er ist ein Schwede, unsere Völker aber begehren sich einen Kriegsobersten
von deutschem Stamme, dem sie zutrauen, dass er der evangelischen Sache
aufrichtig dient und seinen Soldaten ein redliches deutsches Herz beweist.« Der
General hob warnend die Hand, schritt zum Vorhang und sah nach, ob ein fremder
Hörer in der Nähe sei. Dann begann er freundlicher: »Soll ich Euch Gutes raten,
Euch und Euren Kameraden, so schweigt von Eurem deutschen Wesen, insonderheit
wenn Ihr mit mir verhandelt. Ich führe Amt und Befehl von der Krone Schweden und
bin ein treuer Diener meiner Königin. Bezeuget mir«, fuhr er mit lauter Stimme
fort, »dass ich durch keinen Boten einen Antrag an Euch gesandt und mich in
keiner Weise um Euch beworben, sondern dass Ihr freiwillig zu mir kommt und erst
zu fragen habt, ob mir an Euch gelegen ist oder nicht.«
    »Solcher Antwort waren wir von Ew. Exzellenz durchaus nicht gewärtig«,
antwortete Bernhard unwillig. »Als in unserm Kriegsrat Euer Name genannt wurde,
gedachten wir, dass Ihr als ein erfahrener Feldhauptmann und Held den Wert der
Regimenter besser taxieren würdet. Zumal auch durch Boten, welche vorgaben, in
Eurem Auftrage zu handeln, einzelnen Kompanien Versprechungen gemacht wurden,
damit dieselben sich Eurem Heere zuwenden möchten.«
    »Ob meine Obersten Euch in solcher Weise angesprochen haben, weiß ich
nicht«, antwortete der General, »und kann für Versuche einzelner nicht
respondieren. Von mir selbst ist kein Antrag ausgegangen, und wenn ich Euch
nehme, tue ich es nur auf meine Bedingungen.«
    »Wir aber«, versetzte Bernhard, »wollen uns nur auf geschlossenen Vertrag
übergeben, und wir suchen nach teuer erkaufter Experienz einen Herrn, der uns
bei seiner Ehre gelobt, den Vertrag zu erfüllen, und dem wir zutrauen, dass er
uns das Paktum halte. Ist Eurer Exzellenz an uns nichts gelegen, so habe ich
meinen Bescheid, und ich kann gehen.«
    Königsmark trat auf ihn zu und hob wieder die Hand. »Ihr seid kurzab mit
Worten, Herr Abgesandter, das frommt bei solchem Handel nicht, wie Ihr mit mir
begehrt.« - Er wies auf eine große goldene Ehrenmünze, welche er am Halse trug.
»Ihr seht die eine Seite der Medaille, mir liegt die andere auf der Brust,
