, und aus denen ich mich mit
unsäglicher Mühe allmälig loslösen, die ich entwirren, schlichten, ordnen musste,
wollte ich nicht Schande und Schmach auf den Namen des Mannes fallen lassen, der
der Vater meiner Gattin gewesen war.
    Es stellte sich heraus, dass er, wie ein verzweifelter Spieler die Partie vor
der Zeit verloren gegeben. Aber freilich, das ist nicht ganz das rechte Wort.
Für ihn war die Partie verloren, denn, was ihn einzig hätte retten, was ihn
allein hätte frei machen können - wie es mich frei gemacht hat, der ich des
Mannes Soll und Haben übernahm - die gewissenhafte, ehrliche, mannhafte Arbeit -
sie war ihm unmöglich; er hatte sie nie geübt, er hatte niemals Achtung vor ihr
gehabt, hatte nie an sie geglaubt und an ihre gewaltigen Resultate. Wenn ich ihm
begeistert von der Zukunft sprach, der unsere Fabrik entgegenblühe, und dass von
der wüsten Trümmerstätte aus, die er Jahre lang missachtet, ein Strom des Lebens
und Reichtums ausgehen werde in alle Lande - da hatte er stets nur
hämisch-ungläubig gelächelt und mich einen Schwärmer, einen Phantasten
gescholten, der sich noch hässlich die Finger verbrennen, oder doch höchstens für
Andere die süßen Kastanien aus den Feuern seiner Hochöfen holen werde.
    Und er war hingegangen und hatte weiter gespielt an der Börse, in Actien, in
ausländischen Fonds, in Spiritus, in Baumwolle, der Himmel weiß, worin, wie er
früher in Kontrebande und unversicherten Schiffen gespielt hatte, bis die Karten
so gegen ihn schlugen, dass er keinen Ausweg sah, als den grünen Tisch und das
Leben zugleich zu verlassen.
    Ich konnte mich nie von dem Gedanken losmachen: es habe die Scham, vor mir,
gegen den er stets so groß getan, nun so klein dazustehen, mir einräumen zu
müssen, dass ich mit meiner dummen Ehrlichkeit Recht gehabt, den Mann, der keine
Spur von echtem Stolz, aber eine immense Eitelkeit besaß, mit in den Tod
getrieben. War es doch nun für immer vorbei mit seiner Weisheit, seiner
Überlegenheit, war es doch nun vor allem vorbei mit seiner Herrschaft, und - er
gönnte mir die Nachfolge nicht, um so weniger, als ich ihm oft genug in Scherz
und Ernst prophezeit, dass eine neue Zeit gekommen sei, eine Zeit der
Brüderlichkeit, der Billigkeit, der Gerechtigkeit, der gegenseitigen
Hilfsbereitschaft, und dass der Egoismus mit seinen kleinlichen Mitteln, mit
seinen Praktiken und Kniffen für diese neue, große Zeit nicht mehr ausreiche.
    Vielleicht, dass auch Einer oder der Andere meiner Leser findet, ich habe,
indem ich also prophezeite, den Mund etwas vollgenommen, und dass jene goldene
Zeit, von der ich spreche, heute noch wie
