,« sagte ich wohl einmal zu
dem Freunde. »Die Arbeiter haben sich an das träge Ambosssein gewöhnt, dass sie
nichts in Bewegung setzen kann, selbst, wo es sich offenbar um ihr Bestes
handelt. Die Fabrikanten wiederum meinen, da sie doch einmal die Herren vom
Hammer seien, brauchten sie nur auf den Amboss zu schlagen, welcher ja, Gott sei
Dank, bis jetzt geduldig still gehalten.«
    »Habe ich Ihnen nicht immer gesagt, dass es so gewesen ist, seitdem die Welt
steht?« entgegnete der Doctor; »nun sehen Sie es selbst.«
    »Aber dagegen muss sich doch ein Mittel finden lassen!« rief ich. »Ich kann
mich von diesem schönen Glauben unsers herrlichen Freundes nicht los machen.«
    »Nur nicht auf dem Wege, wo er es suchte;« erwiderte der Doctor, indem er
seinen großen Kopf schüttelte. »Er wähnte, die Menschen frei machen zu können,
wenn er sie nur die Würde und Heiligkeit der Arbeit gelehrt hätte. - Sie haben
nicht arbeiten wollen, als sie mussten; jetzt müssen sie, obschon sie nicht
wollen; meine Aufgabe ist, sie dahin zu bringen, dass sie wollen, was sie müssen.
Sie sind unfrei gewesen, als sie dem Namen nach frei waren, ich will sie in
Wahrheit frei machen, während sie unfrei sind, dass sie als Freie aus der
Unfreiheit hervorgehen - solche und ähnliche Reden - wie oft haben wir sie aus
seinem beredten Munde gehört! und er glaubte so fest daran, der großmütige
Schwärmer, weil er die Welt nicht kannte, weil er nicht wusste, dass die Arbeit
eine Ware ist auf dem Weltmarkte, die, wie jede andere, unter dem großen Gesetz
des Angebots und der Nachfrage steht, und dass, wenn die Konjunctur danach ist,
der freie, fleißige Arbeiter in eine Lage kommen kann, wo seine Freiheit und
sein Fleiß und seine Arbeit nicht einen Pfifferling wert sind. So tritt denn
die Sache Amboss contra Hammer in eine höhere Instanz, wo sie nach großen
geschichtlichen und ökonomischen Gesetzen entschieden wird, und allerdings, wie
unser Freund auch richtig herausgefunden hatte, so, dass beide Teile schuldig
und in die Kosten des Prozesses zu verurteilen sind.«
    »Das kann uns zur Not über den endlichen Ausgang beruhigen,« sagte ich;
»aber wenn ich unseren Freund recht verstanden habe, soll der bessere Mensch in
sich selbst schon den Zwiespalt aufheben, indem er sich bewusst wird, dass er in
jedem Augenblicke zu gleicher Zeit handelt und leidet, gibt und empfängt,
getragen wird und trägt, mit einem Worte: Hammer und Amboss ist.«
    »Sehr schön und rühmlich für den, welcher sich mit
