
    »Hört Witiko«, rief Predbor.
    Und als es nach und nach stiller geworden war, sprach Witiko: »Ich rede noch
von einem Dinge, das bei den Menschen groß und erhaben ist, und über ihre Länder
und ihr Leben hinaus reicht, von dem Ruhme. Wenn ein Mann das Höchste tut, das
preiswürdig ist, wenn viele Männer, wenn ganze Völker das Höchste tun: so kommt
es in den Mund der Menschen, sie erzählen es, sie preisen es, einer sagt es dem
andern, und wieder sagt es einer dem andern, und dann kommt es in die Lieder,
und die Lieder und die Erzählungen tönen in allen Zungen der Völker, und die das
Große getan haben, sind in der Liebe und Bewunderung der Menschen, und ihre Ehre
und ihre Macht wächst gegen die Wolken empor. Und die Menschen haben die Kunst
erfunden, ihre Worte in Buchstaben zu legen, die dauern, und durch diese
Erfindung und durch das, was noch erfunden werden wird, lebt der Ruhm fort, wenn
die, welche Großes verübt haben, längst schon vor dem Throne Gottes sind. So
haben schon Männer vor uns aufgeschrieben, was geschehen ist, und so schreiben
Männer jetzt auf, was geschieht. Und das wirkt in die Zeiten; denn die Worte
sind so mächtig, dass sie alles bewegen, wie das feste Recht der Taten die
Menschheit gestaltet. Das Wort ist stärker als die Wurfschleuder, und die
Mäßigung besiegt den Erdkreis. Wenn wir nach Italien gehen, so sind wir in einem
Lande, auf welches die Völker schon in den ältesten Zeiten geschaut haben, als
das größte Reich der Welt von Italien ausgegangen ist, und auf das jetzt die
Völker schauen, weil dort der Herrscher aller christlichen Seelen seinen Sitz
hat. Und wenn wir in dem schönen Lande siegreich die Ordnung und das Recht
wieder einführen geholfen haben, und der Übermut zu unsern Füßen geworfen ist,
so kommt unser Land in die Erzählungen von weiten Völkern, weil es vor weiten
Völkern gehandelt hat, und es kommt in die Lieder und Schriften, und durch sie
in die folgenden Zeiten, und unser Volk ist geachtet und stark unter den
Völkern. Und dass es geachtet und stark bleibe, müssen wir einig sein, dass nicht
jeder nach einem andern Sinne geht. Wären die Christen unseres Weltteiles gegen
die Ungläubigen einig, und stünde das griechische Reich aufrichtig zu uns, so
wäre das Land Jerusalem, das noch heiliger ist als Italien, gesichert bei den
Gläubigen, während nun ein starker Mann, welcher die Heiden einmal einigt, alles
an sich reißt. Ich bin nicht zu dem Zuge in das Heilige Land gegangen, weil ich
gesehen habe, dass er mit seinen Mitteln
