, sind die Leute hart«, entgegnete Lubomir, »und sie
wissen beides nicht.«
    »Sie leben bei uns von dem, was der Boden bringt«, sagte Witiko, »und was
sie aus dem Walde ziehen. Einige suchen sich auch von auswärts her Erwerb zu
schaffen.«
    »Wenn sie es nur nicht durch den Krieg tun, an dessen Ertrag sie sich
gewöhnen«, sprach Lubomir.
    »Es ist in früheren Zeiten wohl geschehen«, sagte Witiko, »sie erzählen noch
davon, und es sind Dinge vorhanden, die vom Kriege stammen.«
    »Wie es überall ist«, sagte Lubomir.
    »Jetzt wissen sie wenig von der Zeit und ihrer Bedeutung«, sagte Witiko.
    »Wie alle wenig wissen«, entgegnete Lubomir. »Die Zeit ist noch nicht reif,
mein Sohn Witiko. Die zwei Willen, welche den Bau des neuen Herzoges
aufgerichtet haben, müssen erst zerfallen, und dann wird das Unheil und
Blutvergießen in das Land kommen, was die einen zu verhüten geglaubt haben.
Unter allen war vielleicht nur ein Mann, der die Zukunft genau wusste, nämlich
der Herzog Sobeslaw; doch der ist jetzt ein toter Mann. Er wollte die Übel
verhindern, da er zu seinem Sohne Wladislaw sagte: Unterwirf dich deinem Vetter,
und da er Zeugen zu den Worten rief, darunter auch junge, wie dich, dass sie die
Worte auf spätere Zeiten brächten; aber es wird nichts helfen, Sobeslaw handelte
unter Zwang als ein sterbender Mann mit den sterbenden Kräften. Hätte er gelebt,
so würde er vielleicht alles gehemmt haben.«
    »Ich kann viele Menschen in ihrem Tun nicht begreifen und erkennen«, sagte
Witiko.
    »Sie sich selber nicht«, antwortete Lubomir, »sie werden von der Wut ihrer
Triebe gejagt, und können nicht ermessen, was sie zu einer Zeit zu tun im Stande
sein werden. Wenn der alte Bolemil das neunzigste Jahr erreicht, wie es seinem
Vater gegönnt war, dann können seine Augen noch sehen, was er ihnen geweissagt
hat. Dich wollte ja der neue Herzog bei sich behalten?«
    »Ja«, entgegnete Witiko, »ich muss mich aber erst zurecht finden.«
    »Du wirst vielleicht das Rechte finden, mein Kind Witiko«, sagte Lubomir,
»die Bestrebungen müssen erst offener werden, dann werden viele Sinne klarer
sehen, was sie tun sollen. Der Herzog sucht sich überall zu stärken. Er vermehrt
seine Leute um sich, sucht Landesteile zu befestigen, und Freunde zu gewinnen.
Er hat den Sohn des schwarzen Otto wieder in das Herzogtum Olmütz eingesetzt,
und hat Wladislaw den Sohn des Herzogs Sobeslaw, der früher dort war, zu sich
nach
