 im Garten herum, wahrscheinlich speculiert man wieder mit einem
neuen Einfall, den ich zu seiner Zeit mit dem richtigen Namen zu nennen mir
unter allen Umständen vorbehalte.« Er dämpfte seine Stimme: »Es ist bereits
etwas Anonymes abgeladen und in den Garten geschafft.« - Aergerlich über seine
eigene Vorsicht fuhr er fort: »Glauben Sie mir, Gabriel, durch das viele
Erzeugen von Kindern wird die Welt feig, die Menschen werden so
zusammengedrängt, dass die Freiheit aufhört; das Leben ist eine Sklaverei vom
ersten Kasten, in den man gelegt wird, bis zum letzten. Ich stehe hierauf meinem
eigenen Grund und Boden. Wenn ich an dieser Stelle ein Loch graben will bis zum
Mittelpunkt der Erde, kein Mensch kann mir's verwehren. Dennoch dürfen wir beide
auf meinem freien Eigentum nicht einmal mit gewöhnlicher Menschenstimme eine
Meinung aussprechen. Warum? Es könnte gehört werden und fremden Ohren missfallen.
Soweit sind wir. Man ist ein Knecht seiner Nachbarn. Und nun bedenken Sie, ich
habe nur Einen gegenüber, auf der andern Seite schützt mich das Wasser und die
Fabrik, und ich muss doch die Wahrheit hinunterschlucken, die ich wenigstens zehn
Fuß von meiner Grenze aussprechen will. Wer nun gar von allen Seiten mit
Nachbarn umgeben ist, der führt ein erbärmliches Leben, er kann sich nicht
einmal in seinem eigenen Garten den Kopf abschneiden, ohne dass die ganze
Nachbarschaft ein Geschrei erhebt, weil ihr der Anblick nicht gefällt.« - Er
deutete mit dem Daumen nach dem Nachbarhause und fuhr vertraulich fort: »Heut
sind wir verglichen worden, die Weiber haben nicht eher geruht. Und ich
versichere Sie, dort drüben fehlt die richtige Kourage zum Streit. Die Sache
wurde langweilig, da gab ich mich drein.«
    »Es ist doch gut, dass Alles wieder in Ordnung kam,« sagte Gabriel. »Wenn die
Väter im Streit leben, wie sollen die Kinder einander grüßen?«
    »Warum sollen sie einander nicht auch Gesichter schneiden?« rief Hummel
ärgerlich. »Ich bin nicht für die ewigen Knixe.«
    »Das weiß Jedermann,« versetzte Gabriel. »Wenn aber Fräulein Laura bei uns
mit dem Doctor zusammentrifft, was ja oft geschieht, so kann sie doch nicht
gegen ihn brummen.«
    »Sie treffen also oft zusammen?« wiederholte Hummel bedachtsam. »Da haben
Sie wieder die Überfüllung, man kann einander nicht aus dem Wege gehen. Nun,
meiner Tochter bin ich sicher, sie ist von meiner Art, Gabriel.«
    »Das weiß ich doch nicht,« erwiderte Gabriel lachend.
    
    »Ich versichere Sie, es ist ganz mein Kopf,« bestätigte Hummel mit
Überzeugung. »Was aber diesen Frieden betrifft, so freuen
