, von jeder Lage,
von jedem Ort, von jedem Verhältnis ist, machte Hyazinth zu einem Flüchtling aus
der Region des Staubes, während Orest, in dem es erloschen war, der Sklave des
Staubes wurde. Diese innerliche Abkehrung von allem Höheren, die mehr und mehr
in Orest um sich griff, erfüllte Hyazinth mit nagendem Kummer. Korona hatte ihn
und Onkel Levin gebeten, sie möchten Orest zu bewegen suchen, dass er die Kapelle
ausbaue und sich um einen Hausgeistlichen bemühe. Beide fanden diesen Wunsch
durchaus gerechtfertigt, aber Orest wollte nichts davon hören.
    »Eine Frau muss nicht immer ihren Willen durchsetzen!« entgegnete er.
    »Immer nicht,« antwortete Levin; »aber doch zuweilen, wenn er so gut ist,
wie in diesem Falle.«
    »Ich mag keinen Dritten in meiner Häuslichkeit haben.«
    »Ist auch nicht nötig!« sagte Hyazinth. »Je weniger der Geistliche mit euch
- was das äußere Leben betrifft - zu tun haben wird, desto lieber wird es ihm
sein.«
    »Das ist Deine Gesinnung, aber nicht die allgemeine. Die Priester wollen
überall die Ersten sein und herrschen.«
    »Wir müssen durch Orest geistliche Gesinnung kennen lernen, lieber
Hyazinth,« sagte Levin lächelnd.
    »Bester Onkel, verzeih!« rief Orest; »Du und Hyazinth - Ihr seid Ausnahmen
von der Regel.«
    »Und wo hattest Du denn Gelegenheit, die Regel kennen zu lernen?«
    »Nun da, wo alle Welt sie kennen lernt: in der Geschichte.«
    »Sage lieber, in den Geschichten; dann bezeichnest Du Deine Quellen etwas
richtiger.«
    »Der größte Teil der Bevölkerung in der Herrschaft ist protestantisch; da
würde ich in den Verdacht der Proselytenmacherei kommen.«
    »Ich glaube, dass Du in diesen Verdacht nicht so leicht kommen wirst,« sagte
Hyazinth.
    »Du willst mir dadurch kein Lob spenden, ich weiß es!« entgegnete Orest;
»aber ich betrachte es dennoch als ein solches. Ich will mit wildem Fanatismus
blinder Bekehrungswut nichts zu tun haben, und meine Pflicht als Ehemann ist es,
Korona vor solchem Verdacht zu schützen. Ich kann es aber nicht, wenn mein Haus
eine Kapelle und einen Priester umschließt. So etwas würde den konfessionellen
Frieden stören. Das darf nicht sein! darin darf ich kein schlechtes Beispiel
geben.«
    »Du sprichst ja, als wärst Du Mitarbeiter an gewissen Zeitungen,« sagte
Hyazinth, »die alsbald ein Zetergeschrei über Störung des konfessionellen
Friedens erheben, wenn sich irgendwo und irgendwie eine katholische
Lebensäusserung kund gibt. Willst Du Dich denn mit diesen Rittern Don Quixote auf
einer und derselben Rosinante tummeln? und würdest Du nicht durch Ehrfurcht und
Liebe
