 sind
Bankzettel, die Geldeswert haben - oder haben sollen.«
    »Bankzettel!« sagte Korona im Tone getäuschter Erwartung. »Ich dachte
Wunder, was das sein würde!«
    »Sie sind gar nicht auf der Höhe des Jahrhunderts, wenn das Wort Sie nicht
elektrisiert zu brennendem Verlangen. Ja, Bankzettel sind die Idole der Welt,
denn sie verhelfen zum Genuss ihrer Herrlichkeit und darin besteht, nach
vorherrschender Meinung, das Glück und die Würde des Menschengeschlechtes.«
    »O,« rief Regina, »wie notwendig ist es, dass gegen diesen niedrigen Zug, der
durch die Menschheit geht und sie entadelt, ein energischer Protest eingelegt
werde und ein Zug nach dem himmlischen mit Entschiedenheit sich kund gebe! Je
mehr die einen nach den Freuden der Erde schreien und rennen, desto mehr müsse
die anderen ihre Verachtung dieser Nichtigkeiten an den Tag legen und nach
übernatürlichen Gütern seufzen und streben.«
    »Diesen himmlischen und ganz unausrottbaren Zug in der Menschheit, der durch
ihre dunkelsten Epochen wie Sternenlicht schimmert, vertritt eben der
Ordensstand,« sagte Levin. »Sein Dasein ist der energische Protest einer
Menschheit, die nach dem Bilde Gottes sich geschaffen und für ein ewiges Leben
bestimmt weiß; die sich als verbannt aus dem Paradiese führt und sich dahin
zurücksehnt; die, von geheiligter Willenskraft bewogen, eben so entschieden
erlaubtem Erdenglück entsagt, wodurch sie, - wie Atalante durch die goldenen
Äpfel - in ihrem Lauf gehemmt werden könnte, als man sich auf der anderen Seite,
von brutalen Leidenschaften blind getrieben, gierig im Unerlaubten ergeht. Der
Ordensstand ist der entschieden und in bestimmtester, gleichsam handgreiflicher
Form ausgeprägte Protest der Kinder Gottes gegen das Gebahren der Kinder
Belials. Daher der unaussprechliche Grimm dieser gegen jene! sie fühlen sich
gleichsam bei Leibesleben schon verdammt durch die lichte Richtung, welche ihre
finstere doppelt dunkel erscheinen lässt. Haben sie die Oberhand in den
Angelegenheiten der Welt, so ist es regelmäßig ihre erste Grosstat, dass Klöster
aufgehoben und Ordensleute verjagt werden. Dies sage nicht ich, dies sagt seit
mehr als dreihundert Jahren die Geschichte. Jede Verbindung in der menschlichen
Gesellschaft, welche irgend einem Zweige des Baalsdienstes huldigt, darf
bestehen. Verbinden sich aber einige Männer oder Frauen, um gemeinsam dem
göttlichen Heiland durch Gebet und Liebeswerke zu dienen, so wird irgend ein
beliebiges Zetergeschrei so hartnäckig und so betäubend von ihren Widersachern
angestimmt, als führten sie den Untergang der Welt herbei. Fahndet man aber auf
die Singvögel wie auf Habicht und Geier, so wird der Wald stumm und öde und der
liebliche Gesang verhallt, der dem Wandersmann das Herz frisch und fröhlich
machte und ihn zuweilen veranlasste einzustimmen in die friedlichen Hymnen. So
sind denn auch wir gar arm jetzt an Klöstern und daher auch
