 und dass
die Bauhütten Europas sich Euch verschließen. Aber mein Bruder sucht Bauleute
die ihn über das Meer zu begleiten, und auf jenen, nur von Heiden bewohnten
Inseln kümmert man sich nicht um die Statuten dieser alten Welt: bringt Ihr nur
Begeisterung mit für den christlichen Glauben und die christliche Kunst, so seid
Ihr würdig in der neuen Welt die erste christliche Kirche bauen zu helfen - an
Geld dazu aus dem Vermächtnis Eures Vaters, meines seligen Gemahls, soll es Euch
nicht fehlen.«
    Konrad drückte begeistert und Freudentränen weinend Elisabet's Hand an
seine Lippen und rief: »Ihr seid eine Heilige, die Tote zu erwecken vermag -
denn mir ist, als habe ich im Grabe gelegen und Ihr wecktet mich zu neuem
Leben!«
    »Geh't dort hinein zu meinem Bruder,« sagte sie auf das Chörlein deutend,
»er wird das Fernere mit Euch besprechen.«
    Konrad gehorchte, die Glastür des Chörleins zog er hinter sich zu.
    »Ihr wolltet meinen Dank verschmähen, hohe Frau,« sagte Ulrich erglühend,
»dennoch ertrug ich's nicht; ich musste Euch wenigstens sagen, dass ich täglich
für Euch bete, nicht nur mit den Lippen, noch nur mit meinem Herzen, sondern dass
ich für Euch beten will mit meiner ganzen Kunst und Euch danken in meinen
Werken!«
    Sie gab ihm die Hand und sagte mit sanfter Stimme: »Ich wollte, ich dürfte
sprechen wie Ihr! Wohl Euch, dass Ihr Eure Empfindungen im Stein verewigen könnt
und sie zu Kunstwerken verklären, an denen Ihr Euch selbst erheben und läutern
dürft und Tausende, die nach Euch kommen.«
    »Vielleicht ist dies das Schönere, vielleicht auch das Leichtere!« rief
Ulrich; »aber das Höhere ist's, das eigene Sein und Leben selbst zu einem
Kunstwerk verklären, das nur Segen spendet in dem Kreis, in den es tritt - so
für Andere wirken und handeln und Euch opfern, wie Ihr getan!«
    »Nein, Ulrich! keine Unwahrheit!« unterbrach sie ihn. »Mir gebührt kein Dank
von Euch, denn ich hatte Euch zu danken, und hab' es nicht getan. Zwei Mal
hab't Ihr mir Ehre und Leben gerettet, und ich floh Euch, um Euch nicht zu
danken - ich wollte es vergessen, dass dies meine Pflicht war. Als ich Euch zum
ersten Male sah, folgte ich rücksichtslos meinem augenblicklichen Gefühl, und
Ihr bereitetet mir dafür eine Demütigung, gegen die sich mein ganzes Wesen
empörte; von diesem Augenblicke an war mir, als müsse ich Euch entweder hassen
oder lieben, und ich fühlte dabei doch, dass ich entweder das Eine noch das
Andere - durfte. Ihr
