 des Menschen ... Ha!
Ceccone! Dass Menschen, wie du, dem wahren Rom ein falsches Gewand umhängen
durften! Ceccone! Politiker statt Priester, Schergen, die die Patrioten
verfolgen, statt sie zu schützen gegen die Feinde Italiens! Signora! Lassen Sie
Italien frei sein von seinen Tyrannen, von seinen - Ceccones und die Geschichte
wird ein Volk der Größe finden, Republiken, die sich mäßigen, ein Rom, das den
katholischen Glauben wieder zur Sehnsucht aller Völker macht, auch der
abgefallenen!
    Das Auge des Italieners leuchtete. Sein weißes Haar schien sich zu sträuben.
Der rechte Arm begleitete seine Worte wie mit den Gesticulationen der
Rednerbühne ...
    Monika folgte mit Aufmerksamkeit und voll prüfender Überlegung ... Kardinal
Ceccone war ein in diesem Augenblick oft genanntes Glied der römischen Curie ...
Die Arme auf die Lehne des Sessels stemmend und die Locken schüttelnd, sagte
sie: Nein, nein! Es gibt andere Italiener, die an diese Siege der katholischen
Lehre nicht mehr glauben wollen!
    Ich verachte sie! warf ihr Biancchi entgegen.
    Sie berufen sich darauf, dass gerade ein Ceccone den Purpur tragen kann!
    Noch las Ceccone keine Messe ...
    Nun gut! Aber aus allem, was Ihr mir von Euren Meinungen verratet, erseh'
ich doch, dass Ihr dem Unbekannten zu danken habt, der Euch raten ließ, nach
England zurückzukehren! Was aber Porzia betrifft, lasst sie nicht zu viel in der
schönen Bibel lesen, bei der ich sie zuweilen überrasche und die sie so heilig
zu halten scheint, wie ihre Guitarre!
    Es ist das Geschenk eines freundlichen Mannes, der schon ein wenig alt ist,
sonst würd' ich glauben, dass sie sich schwer von seinem Lande trennt! sagte
Marco und wandte sich mit höflicher Verbeugung zu Porzia's Türe ...
    Ihr glaubt an die ewige Jugend Roms, das schon so alt ist? Dann müsst Ihr
auch dem Geiste und der Liebe eine Verjüngungskraft zuschreiben! Wer ist denn
der Verehrer dieser Bibel, in der Porzia so eifrig liest, dass ich fast glaube,
sie studiert auch die deutsche Sprache darin, ihm zu gefallen?
    Biancchi blickte immer auf die Nebentür und schien auszuweichen, den Namen
zu nennen ...
    Der deutsche Name wird für Eure Zunge zu schwer sein ...
    Ein Signore Hedemann ist es! sagte der Italiener festbetonend und verriet
in der prüfenden Schärfe seines Blickes, dass ihm die Beziehung dieses Namens
wohlbekannt war zu dem Gatten der freundlichen Dame, die so vertraulich und
wohlwollend und offenbar von seinen Äußerungen angezogen mit ihm plauderte ...
zugleich wollte er, als guter Anwalt seiner Nichte, die Gelegenheit nicht
unbenutzt lassen, über einen Mann Erkundigungen einzuziehen, der
