 eines Kriegsheeres nach: Gehorsam dem Obern; Achtung
vor jeder Waffe, auch wenn sie eine geringere scheint, als die wir selbst
führen; Achtung vor jedem Ruhme, auch wenn er unsere eigenen Verdienste
überschattet! Bekämpfen wir in uns selbst die Abneigung gegen die Vorkämpfer der
kirchlichen Freiheit, gegen die Mitglieder der Gesellschaft Jesu! Bieten wir
denen, die in ihnen ihre unerbittlichsten Feinde sehen, dadurch keinen Beistand,
dass wir die alte Eifersucht der Orden, der Kloster-und Weltgeistlichen auflodern
lassen! Wo uns die Hände gebunden sind, sind sie jenen, den letzten Rittern vom
Kreuze, frei! Die streifen noch ungefesselt über die Länder hin, gebunden durch
kein Amt, kein Klostergelübde; sie sind die berittene Schar, die angreift und
flieht zu gleicher Zeit, wie einst der Parter kämpfte! Bieten wir alles auf,
dass den Jesuiten die Tore des Eingangs geöffnet werden! Sie ertragen alles, sie
gehen, sie gehen noch einmal und kommen wieder! Wo ein Amt leer ist, eine Kanzel
frei, ein Beichtstuhl geöffnet, lassen wir den Vätern der Gesellschaft den
Vortritt! Ob alle diese Dinge reifen sollen bis zu offener Gewalt, darüber sind
die Meinungen geteilt. Die einen fürchten und suchen die Erhebung der Massen zu
verhüten, die andern fürchten sie nicht und wollen sie. In den Umgebungen des
Kirchenfürsten herrscht die Meinung, dass offene Gewalt bisjetzt alles verderben
würde. Denn auch darin spräche sich die durch und durch ghibellinisirte Welt
aus, dass Handel und Gewerbe, sogenannte Volkswohlfahrt und geregelte Ordnung dem
Jahrhunderte, wie es jetzt einmal ist, über alles gehe; denn von den
Fleischtöpfen Aegyptens wollen sie nicht lassen und sollten sie auch ewig nur
die Ziegel streichen zu den Ruhmessäulen ihrer Pharaonen! Im Gegenteil wünscht
die Umgebung des Kirchenfürsten, dass wir alles, was nicht ein Mit-Uns ist, auch
als ein Fürsten-Wider darstellen, d.h. eine Förderung der Revolution nennen. Das
ist das schlagende Argumentum ad hominem der Zeit! Kämpfen wir gegen die
Neuerungen des sich souverän dünkenden Menschenverstandes, so öffnen sich uns
die Pforten der Tronsäle auch im jenseitigen Lager, wir werden eingeholt werden
mit Triumphpforten als die Retter des Gesetzes und der Ordnung! Dieser Feldzug
geht langsam, aber sicher. Halten wir am Geiste fest, fördern wir den vor allem!
Denn »wer auf den Geist säet, wird von dem Geiste das ewige Leben ernten«!
    Der Redner war schon bei seinem Gebet an die Kirche aufgestanden und alles,
selbst den Dechanten nicht ausgenommen, seinem Beispiel gefolgt ...
    Man schüttelte ihm die Hand, erteilte ihm die größten Lobsprüche und raunte
sich zu, dass nun wohl erklärlich wäre, wie dieser einfache Mönch plötzlich in
der Residenz des Kirchenfürsten hätte
