 fingirt hatte - ...
    Federigo konnte damals - wohl noch nicht lange - bei Kastellungo sein -?
fragte er ...
    Als ich ihn zuerst sah? ...
    Als Ihr Vater vermisst wurde - ...
    Einige Wochen erst ...
    Sprach Ihnen - Federigo - nie - von den Gefahren des Schnees - denen auch -
Er -? ...
    Ambrosi blieb dem plötzlich stockenden Wort ein unbefangener Hörer und
verweilte nur bei seinem eigenen Leid ... Ohne Mutter, ohne Verwandte, wär' er
nur der Zögling der Liebe seines Vaters gewesen ... Als er ihn verloren, hätte
er ein Gefühl der Teilnahme bei allen gefunden; doch ein solches, das ganz
seinem Schmerze gleichgekommen, nur bei Federigo ... Dieser Edle hätte seine
Tränen aufrichtig zu denen gemischt, die er selbst vergossen ... Er hätte ihn
seinen Sohn genannt - ...
    Bonaventura stand über eine dunkle Ahnung zitternd ...
    Er versicherte mich, fuhr Ambrosi, des Sichabwendens seines Besuchs nicht
achtend, fort, für bestimmt, dass mein Vater tot wäre, er säh' es im Geist, -
doch sollte ich ihn nur aufsuchen ... Verlorenes, wenn auch Unwiederbringliches
suchen wäre so gut wie es finden - - wenigstens fände man anderes, neue Schätze
... Seine Tränen deutete mein Gönner nicht allein auf die Teilnahme für den
Vater, sondern auch auf die Erkenntnis, dass auch ihm aus tiefster Reue über
seine begangenen Fehler, aus Suchen nach ewig Verlorenem erst die Kraft der
Erhebung geworden wäre ...
    Bonaventura verbarg die Tränen in seinem Auge - er verriet nichts von
einer Ahnung, dass des Vaters fingirter Tod - wohl gar mit dem wirklichen Tode des
Professors Ambrosi zusammenhing ... Wenn hier eine Schuld des Vaters vorläge?
dachte er schaudernd ... Seine Hände zitterten ... Das erbrochene Grab des alten
Mevissen, die aufgefundenen Angedenken, die Urkunde Leo Perl's, alles trat ihm
gespenstisch entgegen ... Sein Vater - konnte doch - kein - Verbrecher sein -!
...
    Ist Ihnen nicht wohl? fragte Ambrosi, ihm näher tretend ...
    Bonaventura hätte sich ihm an die Brust werfen, alles offenbaren, alles von
sich und von seinem Vater eingestehen mögen ... Aber diese neue Verwickelung
wieder - war zu beängstigend - sie zwang ihn, seine Worte zu hüten ... Nachdem
er sein Befinden als wohl bezeichnet, wagte er noch ein Entscheidendes, indem er
leise, gleichsam nur in Hindeutung auf den verschollenen Vater Ambrosi's, die
Worte sprach:
    Rätsel - Rätsel ... Fiat lux - in perpetuis! ...
    Eine Bewegung in den Mienen des Kardinals
