.. Verachten Sie meinen Beistand nicht - auch ein Sturla kann
mich kennen lernen ... Aber nehmen Sie mich wieder auf! Schützen Sie mich durch
Ihren geheimen Übertritt! Ich lenke alles, was Ihr Herz, Ihre Natur, das Glück
Ihrer Freunde verlangt ... Und Monika, selbst den Obersten gewinn' ich - pah
durch einen einzigen Tag ... Selbst Armgart soll nicht vor mir entfliehen ...
Ich bin ja - ein Greis - alt - ich entwaffne halt jeden durch meine Ergebung -
durch meine Demut ... Graf, zum letzten mal, ich, ein Abtrünniger, rettungslos
Verlorener, ich darf mit einem großen Zweck leben, wie und wo ich will - ich
darf mit den Waldensern gehen - Protestant scheinen ... Nur besuchen Sie die
Messe in Koni, in Robillante - wo Sie wollen - man liest sie Ihnen geheim ...
Dann gehen wir zuletzt alle nach Wien - Ihre Gattin folgt - Ihr erstes Kind wird
auf einen Heiligen getauft - Das ist die Sprache der Welt, der gesunden
Vernunft, der Verhältnisse, in denen Sie leben, die Sprache des Trostes, der
Erhebung für - die Gräfin selbst - ...
    Der Graf schüttelte den Kopf und entgegnete:
    Ein Abschied fürs Leben ... Wir sehen uns nicht wieder -! ...
    Haben Sie Mitleid mit mir -! rief Terschka ...
    Die Glocke schlug unausgesetzt ... Die Bäume rauschten im Sturme ... Die
Natur war im Aufruhr ... Der Graf ging jetzt und wie auf der Flucht ...
    In französischer Sprache rief ihm Terschka nach:
    Graf! Ich beschwöre Sie! ... Sie werden es einst aus eigenem Antriebe tun
... Tun Sie's jetzt um mich, um Ihren alten - treuen - unglücklichen Freund! ..
    Die Glocke tönte ... Mit hellen, mit klagenden, mit stärkeren, mit
schwächeren Klängen ...
    Noch einmal wandte sich der Graf zu Terschka, wartete, bis dieser näher kam,
bot ihm die Hand und sagte ihm ein letztes Lebewohl - ... Unsere Wege sind
getrennt, setzte er hinzu ... Erde und Himmel können vielleicht für mich bürgen
und für das, was ich tue oder lasse, Sie nicht mehr ... Das sag' ich alles ohne
Groll, Terschka, ohne Sie kränken oder verurteilen zu wollen; ich urteile, Sie
wissen es, über Menschen überhaupt nicht; lassen Sie alles wie es ist ...
Beschütze Sie jetzt der Himmel, Terschka! ... Sans adieu! Sans adieu! ...
    Der Graf schritt mächtig zu, gleichsam - um dem drohenden Unwetter zu
entfliehen
