, was in Porto d'Ascoli geschehen wäre ...
    Mehrere Stimmen riefen durcheinander:
    Sie wird kommen! ...
    Sie wird kommen und ihr Erfolg wird dennoch ausbleiben! sprach zur
Widerlegung des Kohlenbrenners mit einer feinen, eleganten Betonung eine andere
Maske, deren äußere Tracht einen Kapuziner vorstellte ... Ist der Sitz des
Papsttums nicht schon einmal in Avignon gewesen? War nicht Napoleon der
Schöpfer eines weltlichen Königtums von Rom? ... Mit je größerer Demütigung
die dreifache Krone getragen wird, mit desto hellerem Heiligenschein umgibt sich
die Teokratie ... Die Menschheit sieht nun einmal im Papsttum einen zum ersten
Königsrang Erwählten aus dem Volke und kehrt immer wieder darauf zurück ... Sie
sieht einen Monarchen, den nur seine Tugenden auf den Thron beriefen ... Sie hat
an ihm einen Beistand gegen die Mächtigen der Erde ... Napoleon ras'the gegen
Pius und Pius sprach ruhig: Du Komödienspieler! Als Napoleon noch heftiger tobte
und mit dem Äußersten drohte, sagte er noch verächtlicher, wenn auch mit
gesteigertem Schmerz: Du Tragödienspieler! ... Wenn den Papst der Despotismus
tötet, so bietet er ruhig die offene Brust; der Begriff lebt wieder auf in
seinem Nachfolger ... Aendert di Gesetze Roms, bessert die Sitten, lasst den
apostolischen Stuhl teilnehmen an allen Fortschritten der Zeit, macht
unmöglich, dass die Greuel von Porto d'Ascoli die Kunst des Regiments in Italien
heißen und wieder ein Segen kann der Menschheit werden, was man jetzt nur zu
voreilig ihren Fluch nennt! ...
    Benno staunte der Dinge, die in Porto d'Ascoli vorgefallen sein mussten ...
Wenn er nun auch zu fragen gewagt hätte - so war die Aufregung der Streitenden
ein Hindernis ... Sie war zu groß geworden ...
    Ich höre die träumerische Weisheit eures gemässigten Fortschritts! sprach der
Kohlenbrenner von vorhin ...
    Und von den beiden schwarz verhüllten Leichenbrüdern fiel jetzt der eine,
ihn unterstützend, ein:
    So habt ihr seit dreißig Jahren für die Freiheit Italiens declamirt,
geschrieben, gedichtet, gewinselt, gebetet! ... Das sind die frommen Wünsche
eurer freisinnigen Barone, eurer aufgeklärten Bischöfe! Da soll das Weihwasser
nur von unreinen Bestandteilen gesäubert, der Katholizismus nur wahrhaft zu
einem Liebesbund der Menschheit erhoben werden ... Und in dieser Gestalt
behaltet ihr alles, was ein Fluch der Menschheit geworden ist! ... Ihr behaltet
die Gebundenheit der Gewissen, die Gelübde, die Unfreiheit des menschlichen
Willens - alles, wovon eine kurze Weile die Praxis einen milden Sonnenschein
verbreiten kann, aber auf die Länge wird alles wieder wie die schwarze dunkele
Nacht werden! ... Ihr wollt die Hierarchie, Rom und die
