 derselben mit dem Grafen Hugo - mit dem
Geliebten der leichtsinnigen und verlorenen Schwester Benno's! ... Das waren
Fernsichten, gegen deren Düster das nächste Leid verschwand ...
    Da kam in der Tat ein Brief von der Curie, worin ihm die Inspection der
Klöster anzeigte, dass die Damen auf dem Römerwege wünschten, ihn für die
andauernde Krankheit ihres Beichtvaters bei sich in Stellvertretung zu sehen ...
An der kurzen Dauer, in der sich die Curie für die Genehmigung dieser Bitte
entschied, sah er doch nur einen geringen Widerstand, der sich gegen ihn zu
regen wagte ... Freilich bürdete man ihm nur zu schnell jede neue Last auf ...
    So ging denn Bonaventura eines Tages in erster Morgenfrühe auf den Römerweg
...
    Er gedachte der ihm so werten Gertrud Lei, gedachte, wie wohl Paula von
diesem Kloster zu sprechen pflegte, wenn die Rede ging, dass sie möglicherweise
den Schleier nähme ... Hier betete Schwester Terese, die ehemalige Verlobte des
Pater Ivo, für das Heil der umnachteten Seele ihres Freundes, dem sogar noch ein
Gelübde seiner entferntesten Ahnen zu einer Gewissensfrage hatte werden können
... Immer lehnte er die Wahl gerade dieses Klosters ab; denn sich Frauen denken
zu müssen unter einem geistlichen Führer, wie Kajetan Roter, musste ihm der
Anblick des - von Würmern zernagten heiligen Brotes sein ... Er gedachte: Ist
dies Haus, das so ganz versteckt und verbaut, äußerlich kaum neben einem kleinen
Kirchturm erkennbar, zwischen dem Waisen- und Jesuitenprofesshause liegt, der
Himmel auf Erden oder die Hölle? ... Wer ergründet das? ... Die Bischöfe dürfen
wohl zuweilen diese nur den Frauen gewidmeten Räume betreten; sie dürfen in die
Zellen blicken ... Auch die Wahl eines fremden Beichtvaters, statt des
gewöhnlichen, steht den Nonnen frei ... Aber wie viel Dinge sind erlaubt und man
versagt sie sich doch ... Wie viel Klagen ersterben in Rücksichten ... Wehe
denen, die in einem Gemeinwesen etwas wagen, das dem allgemeinen Esprit de corps
widerspricht ... Bei den Nonnen macht sich vor allem die weibliche Natur selbst
geltend, die rätselhafte Gattungsstimmung, für die die Männer selten richtiges
Verständnis haben ... Die weibliche Natur wird an die Gesetze des Lebens, an
Hinfälligkeit und Schwäche mehr erinnert als wir ... Die Männer bindet dann der
Geist; ihre irdische Natur können sie zuweilen abstreifen ... Frauen aber stehen
immer im Zwang eines gleichen Naturlooses und entbehren der völlig freien
Selbstbestimmung ... ... Daher denn in einem Nonnenkloster der doppelt und
dreifach gebundene Wille ... Ein einziges Gefühl bemächtigt sich aller; der
Instinkt leitet sie;
