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seine Tage von Magdeburg wurden gerühmt. Schon war ja die Zeit angebrochen, wo
auf den Tronen Herrscher saßen, die die Blütenträume auch ihrer Jugend wollten
reifen sehen. Und so wie jetzt bei diesem vielbesprochenen Ende eines Patrioten,
gehen ja noch zuweilen durch das Vaterland segnende Geister und schwingen die
Fahnen unsers wahren Ruhmes ... Zu den Posaunen, über welche die weißen
Ehrentücher des Friedens, nicht die blutigen des Streites festlich niederhängen,
horchen wir dann noch einmal wieder empor, wie zu den Herolden unserer wahren
vergangenen und künftigen Größe. O dass es so oft nur die Toten sind, um die wir
uns die Hände reichen! Dass es fast immer nur eine Erinnerung, ein Lied, ein
Gedicht ist, um das eine kurze Weile das vielstimmige Durcheinander der Parteien
verstummt, eine Weile der große Riss, der durch das deutsche Herz geht, nicht im
eigenen empfunden wird! ... Man pries des Geschiedenen Mut, seine
Charakterstärke und Rechtlichkeit. Sein letzter Übergang in die Formen der
Bureaukratie war ein so natürlicher gewesen. Er war von denen, die die antike
Tugend hatten, den Staat bis in die innersten Fingerspitzen zu fühlen. Man
verurteilt so oft schon wieder diese Tugend! Ja wie habt ihr sie gefährlich
gemacht! Nach dem, was wir schaudernd alle erlebten, welch ein Verbrechen ist es
nicht geworden, auf den Ruf der Lärmtrommel zu hören, die durch die Straßen
wirbelt! Wer nur hinaussieht, wer nur je ein Wort in eine freie Luftwelle gab,
dem wurde die Zeichnung vor den Mächtigen gewiss! Nun müssen wir uns schon so
erziehen, dass wir in einem allgemeinen Brande auf keinen noch so starken
Hülferuf mehr hören, sondern kalt nur unsere eigene Habe bergen. »Was geht euch
das Andere an!« Wehe, wehe euch, wenn einst die Stunde der großen Gefahr
schlägt, die dem Vaterlande immer näher rückt! Dann werden wir in die Straßen
und Plätze hinaussprechen sollen und niemand wird es können oder wagen! Dann
werden wir gerufen werden von den Signalen, die uns trügerische erscheinen
müssen, seit ihr die, welche ihnen schon einmal gefolgt sind, so unerbittlich
straftet! Wehe dann euch - und auch uns!
    Klingsohr, der Alte von den Externsteinen, hatte diese Selbstbeherrschung
nicht und sein lebendiges Ergriffensein von der Zeit rühmte man damals an ihm.
Man nahm die Lieder von Arndt und Schenkendorf zu Eingangs- und
Schluss-Blumenpforten seiner Nekrologe, die sich bis in die fernsten kleinen
Volksblätter verloren. Auch sein Bild verbreitete man. Es war nur ein kleiner,
kurzer, dicker, untersetzter Mann, gar kein Gracchus oder Timoleon der Phantasie
gewesen. Die Stirn war sogar so groß, wie man sie bei Narren zeichnet, die
