, wenn sie mir eine Art, die ich noch nicht
hatte, zubringen konnte. Dafür ließ ich ihr in ihrem Schloss die Geräte machen,
die ihr so viel Vergnügen bereiten. Gustav wurde von Tag zu Tage trefflicher,
und versprach, einmal ein Mann zu werden, woran seines Gleichen Freude haben
sollten. Natalie wurde nicht bloß schön und herrlich, sondern sie wurde auch im
Umgange mit ihrer Mutter so rein und edel, wie wenige sind. Sie hatte das tiefe
Gefühl ihrer Mutter erhalten; aber teils durch ihr Wesen, teils durch eine sehr
sorgfältige Erziehung ist mehr Ruhe und Stettigkeit in ihr Dasein gekommen.
Zwischen Mathilden und mir war ein eigenes Verhältnis. Es gibt eine eheliche
Liebe, die nach den Tagen der feurigen, gewitterartigen Liebe, die den Mann zu
dem Weibe führt, als stille, durchaus aufrichtige, süße Freundschaft auftritt,
die über alles Lob und über allen Tadel erhaben ist, und die vielleicht das
Spiegelklarste ist, was menschliche Verhältnisse aufzuweisen haben. Diese Liebe
trat ein. Sie ist innig, ohne Selbstsucht, freut sich, mit dem andern zusammen
zu sein, sucht seine Tage zu schmücken und zu verlängern, ist zart, und hat
gleichsam keinen irdischen Ursprung an sich. Matilde nimmt Anteil an jeder
meiner Bestrebungen. Sie geht mit mir in den Räumen meines Hauses herum, ist mit
mir in dem Garten, betrachtet die Blumen oder Gemüse, ist in dem Meierhofe und
schaut seine Erträgnisse an, geht in das Schreinerhaus und betrachtet, was wir
machen, und sie beteiligt sich an unserer Kunst und selbst an unsern
wissenschaftlichen Bestrebungen. Ich sehe in ihrem Hause nach, betrachte die
Dinge im Schloss, im Meierhofe, auf den Feldern, nehme Teil an ihren Wünschen
und Meinungen, und schloss die Erziehung und die Zukunft ihrer Kinder in mein
Herz. So leben wir in Glück und Stettigkeit gleichsam einen Nachsommer ohne
vorhergegangenen Sommer. Meine Sammlungen vervollständigen sich, die
Baulichkeiten runden sich immer mehr, ich habe Menschen an mich gezogen, ich
habe hier mehr gelernt als sonst in meinem ganzen Leben, die Spielereien gehen
ihren Gang, und etwas Weniges nütze ich doch auch noch.«
    Er schwieg nach diesen Worten eine Weile, und ich auch. Dann fuhr er wieder
fort: »Ich habe das alles mitteilen müssen, damit Ihr wisst, wie ich mit der
Familie in dem Sternenhofe zusammenhänge, und damit in dem Kreise, in welchen
Ihr nun auch tretet, für Euch Klarheit ist. Die Kinder wissen die Verhältnisse
im allgemeinen, ein näheres Eingehen war für sie nicht so nötig wie für Euch.
Ich wünsche nicht, dass Ihr gegen Eure künftige Gattin Geheimnisse habt, Ihr
könnt Nathalien mitteilen, was ich Euch sagte, ich konnte es,
